zur Navigation springen

Medienboard : Licht und Schatten auf der Leinwand

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Filmstandort Brandenburg ist in Hollywood mittlerweile eine feste Größe.

In Brandenburg heulen die Waschbären. Wer den Till-Schweiger-Film „Honig im Kopf“ im Kino gesehen hat, bekommt zumindest diese Erkenntnis vermittelt. Der vor kurzem in den Kinos angelaufene und auch in der Prignitz gedrehte Film, in dem sich Schweigers Tochter Emma als kleine Tilda mit der Demenz ihres von Dieter Hallervorden gespielten Großvaters auseinandersetzt, ist einer von 68 Spielfilmen, deren Produktion im vergangenen Jahr vom Medienboard Berlin-Brandenburg mit insgesamt 29 Millionen Euro gefördert wurde.

„Der Filmstandort Brandenburg ist in Hollywood mittlerweile eine feste Größe“, sagte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) gestern in Potsdam. Filme aus Babelsberg seien seit 2002 insgesamt 40 Mal für den Oskar nominiert worden, insgesamt zehn Mal wurde die begehrte Trophäe gewonnen. Zuletzt wurde der im sächsischen Görlitz gedrehte Streifen „The Grand Budapest Hotel“ insgesamt neun Mal für den Oskar nominiert – was Gerber ebenfalls dem Filmstandort Brandenburg zurechnet.

Denn der Film sei schließlich nur möglich geworden, weil Handwerker und Planer einer Tochtergesellschaft der Babelsberger Filmstudios das alte Görlitzer Kaufhaus in ein Hotel der 20er Jahre umgebaut hätten. Erfolgreich sei auch der „Medicus“, eine Produktion der UFA Cinema, die ebenfalls ihren Hauptsitz in Potsdam-Babelsberg habe. Nach fünf Wochen in den Kinos hätten schon rund drei Millionen Besucher den Film gesehen. Und die Verleihrechte seien bereits in 65 Länder verkauft worden.

Auch auf der diesjährigen Berlinale sind insgesamt neun Filme vertreten, die vom Medienboard gefördert wurden. In Brandenburg gedreht wurde allerdings kein einziger davon, räumte Kirsten Niehuus, die Direktorin des Medienboards ein.

Obwohl es 2014 in fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten jede Menge Dreharbeiten gab: So liefen in Ostprignitz-Ruppin etwa Aufnahmen für den Film „Der Nanny“, während „Bibi und Tina: Voll verhext“ im Barnim gedreht wurde. Und auch bei Fernsehproduktionen war das Land beliebt: So wurden zahlreiche Folgen der Serie „Polizeiruf 110“ in Brandenburg gedreht – auch in der Uckermark. „Wo Dreharbeiten stattfinden, profitiert die ganze Region, von Hotels und Gaststätten über Handwerker bis zu Uniformsammlern und Besitzern alter Autos“, sagt Niehuus. „Jeder Fördereuro wird fünffach vor Ort ausgegeben.“ Und Gerber ergänzte, dass die in der Reihe Polizeiruf 110 ausgestrahlten Filme mit dem dicken Polizeihauptmeisters Krause ein hervorragender Werbeträger für Brandenburg seien. Gerber wörtlich: „Eine bessere Werbung als Horst Krause kann es für Brandenburg nicht geben.“

Zudem hätten eine ganze Reihe geförderter Filme, die sich als wirtschaftlich erfolgreich erwiesen, am Ende ihre Fördermittel zurückgezahlt: Dies gelte etwa für alle Filme, die Till Schweiger in den letzten Jahren in Brandenburg drehte. „Dort haben wir die Fördergelder jeweils vollständig zurückerhalten.“

Weniger erfolgreich ist dagegen die Arbeit des Studio Babelsberg: Geschäftsführer Carl Woebken bestätigte, dass sein Unternehmen nach dem Ausfall zweier Produktionen für das Jahr 2014 mit Verlusten von 2,5 Millionen Euro rechnet. Dennoch plane man nun den Aufbau einer Außenkulisse, die einer Berliner Großstadtstraße nachempfunden sein soll. Dort soll dann eine Fernsehserie unter anderem mit Tom Tykwer gedreht werden.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen