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Potsdam, London, New York, Sydney... und wieder Potsdam: : Leben am Set und im Büro

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Doreen Jacobi ist als Schauspielerin und Model mindestens einmal um die Welt gekommen. Parallel hat sie zusammen mit zwei Bekannten in ihrer brandenburgischen Heimat ein IT-Unternehmen gegründet.

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Potsdam, London, New York, Sydney... und wieder Potsdam: Doreen Jacobi ist als Schauspielerin und Model mindestens einmal um die Welt gekommen. Parallel hat sie zusammen mit zwei Bekannten in ihrer brandenburgischen Heimat ein IT-Unternehmen gegründet. Es sind zwei grundsätzlich verschiedene Welten, in denen sie unterwegs ist, und sie möchte beide nicht missen. „Bei dem einen hat man wahnsinnig viel Verantwortung, bei dem anderen kann man einfach mal freidrehen.“

Zuletzt stand die Unternehmerin für das ZDF vor der Kamera. Der Film „Zwischen den Zeiten“ läuft am 9. November, dem 25. Jahrestag des Mauerfalls. Es geht um die Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten und große Gefühle. Jacobi spielt die Schwester einer Hauptfigur. „Die Rolle ist klein, aber es hat Spaß gemacht, ganz entspannt am Set zu sitzen und den Hauptrollen bei der Arbeit zuzusehen.“

Die 40-Jährige schließt trotz ihrer Verpflichtungen in ihrer Firma nicht aus, dass sie auch wieder tragende Rollen übernimmt. So wie früher als Kommissarin in der Sat.1-Actionserie „Helicops“ oder Anfang der 90er, als sie gleich nach der Wende noch als Schülerin für die ZDF-Serie „Unser Lehrer Doktor Specht“ gecastet wurde. Wenn sie heute ein passendes Angebot erhielte, müsste sie halt klären, wie ihre Firma ein halbes Jahr ohne sie auskäme, sagte Jacobi. „Es gibt nie ein Nie.“

Zu dem IT-Unternehmen Derdack kam die Potsdamerin Ende der 90er Jahre zunächst über die Aufgabe, Handbücher zu übersetzen. Heute ist sie als Miteigentümerin für Marketing und Vertrieb zuständig. 24 Mitarbeiter hat das Unternehmen, das Programme für automatische Alarmfunktionen beim Ausfall von Maschinen und Computern in mehr als 50 Länder verkauft.

Ihre Model-Karriere ist für Jacobi dabei gerade in Deutschland weniger hilfreich. „Wenn Sie Kunden haben, die wissen wollen, ob Sie vertrauenswürdig sind, und die finden als erstes Playboy-Fotos, ist das nicht unbedingt positiv.“ Dass ein Cover-Shooting für das Männermagazin hinterher problematisch sein könnte, sei ihr vorher bewusst gewesen. Doch sie nimmt es locker.

Insgesamt profitiere sie von dem Wechsel zwischen ihren Jobs, glaubt Jacobi. Weil sie nicht mehr ständig drehe, habe sie eine wahnsinnige Spielfreude, wenn es wieder einmal so weit sei. „Man freut sich auf die Kollegen, auf das Set und auf das, was man einer Rolle geben kann.“ Umgekehrt helfe ihr ihre Erfahrung als Schauspielerin und Model, wenn sie in der IT-Welt Vorträge halten oder unterschiedliche Menschen auf einen Nenner bringen müsse.

Schon einmal hat Doreen Jacobi eine ihrer beiden Welten für einige Zeit verlassen. Als sie drei Jahre lang einen Master an der Universität Potsdam machte, nahm sie nach einiger Zeit nur noch wenige kleine Schauspielaufträge an. „Ich habe zuerst am Wochenende studiert, nachts gedreht und tagsüber gearbeitet - das war zu viel.“ In den kommenden Jahren könnte sie indes vor einer ähnlichen Entscheidung stehen. Denn die Welt der Kinder will sich Jacobi auch noch erschließen.

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