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Tragödie im havelland : Landwirt erschießt Kontrolleur

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein 70-jähriger Landwirt, der mit der Haltung seiner 30 Rinder offenbar überfordert war, hat gestern auf seinem Hof in Klein Behnitz bei Nauen einen Mitarbeiter des Veterinäramtes erschossen.

Ein 70-jähriger Landwirt, der mit der Haltung seiner 30 Rinder offenbar überfordert war, hat gestern auf seinem Hof in Klein Behnitz bei Nauen einen Mitarbeiter des Veterinäramtes erschossen. Drei Mitarbeiter des Amtes hätten den Bauern am Vormittag aufgesucht, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg. Daraufhin habe der Rentner mit einer Schrotflinte geschossen. Streifenpolizisten konnten ihn später überwältigen.

Als zwei Viehtransporter anrollten und die Behördenmitarbeiter auf den Hof kamen, habe der Bauer vor Wut laut gebrüllt, schilderte der Nachbar Friedhelm Sackwitz, der schräg gegenüber im Dorf wohnt. „Dann fuchtelte er mit der Waffe herum“, sagte der Augenzeuge. Erst habe er einen Schuss und dann noch einen gehört. Nach Polizeiangaben wurde ein Mitarbeiter tödlich getroffen. Seine beiden Kollegen blieben unverletzt. Sie stünden unter Schock, sagte der Polizeisprecher.

Der Landwirt sei weiter mit der Waffe in der Hand über seinen Hof gelaufen, berichtete der 55-jährige Augenzeuge. An der Haltestelle vor dem Hof habe gerade ein Bus gehalten. Ein anderer Nachbar habe Polizei und Feuerwehr alarmiert, sagte Sackewitz. Als nach einer Stunde niemand gekommen sei, habe er in einer Zeitungsredaktion angerufen und um Hilfe gebeten.

„Die Tiere waren sein Ein und Alles“, sagte Sackewitz über den 70-Jährigen. In der Vergangenheit sei der Hof in der Mitte des kleinen Dorfes immer vorzeigbar gewesen. Doch in letzten Zeit sei dem Landwirt, der nur im Nebenerwerb tätig war, wohl alles über den Kopf gewachsen, meinte Sackewitz. Rinder seien unbeaufsichtigt geblieben und sogar auf der Straße umhergelaufen. „Unsere Ratschläge, die Tierhaltung aufzugeben, wollte er nicht hören“, sagte der 55-Jährige. Nach Beschwerden sei schließlich das Veterinäramt eingeschaltet worden.

 

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