Kriminalität : Kyritzer Brandserie aufgeklärt

Das Feuer hatte im Oktober u.a. einen Bus und drei Lkw vernichtet.
Das Feuer hatte im Oktober u.a. einen Bus und drei Lkw vernichtet.

31-jähriger Feuerwehrmann gesteht, aus Unzufriedenheit sieben Feuer gelegt zu haben

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06. August 2015, 17:30 Uhr

Die Polizei hat eine Brandserie in Kyritz aufgeklärt. Als Tatverdächtiger gilt ein 31-jähriger Mann, der seit Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, sagte gestern eine Sprecherin der Polizei. Bei einer Vernehmung gab der Beschuldigte als Motiv an, mit seiner Lebenssituation unzufrieden zu sein.

Ende 2014 hatten mehrere Brände Menschen in Kyritz in Angst und Schrecken versetzt. Im Oktober hatten innerhalb kürzester Zeit drei Autos an zwei Autohäusern, ein Bus sowie ein mit Öl und Gas beladener Gefahrguttransporter gebrannt. Wenige Tage darauf war in einer Lagerhalle der Mülldeponie Strüwe ein Radlader angesteckt worden. Den Schaden gab die Polizei mit mehreren hunderttausend Euro an.

Polizeisprecherin Dörte Röhrs sagte, dass die Ermittlungen direkt zu dem Tatverdächtigten führten. „Die Polizei hat immer wieder Zeugen in Kyritz befragt“, erklärt sie weiter.

Dabei muss es wohl Hinweise auf den 31-jährigen Feuerwehrmann gegeben haben. Bei einer ersten Vernehmung an diesem Mittwoch hat er bei der Polizei sieben Brandstiftungen gestanden. Dazu zählen laut Dörte Röhrs aber nicht die jüngsten Feuer im Bereich Karnzow und kleinere Mülltonnenbrände in Kyritz. Die Polizei durchsuchte auch die Wohnung des Beschuldigten.

Nach Informationen dieser Zeitung ist der Tatverdächtige langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Das Motiv für seine Brandstiftung sei aber nicht die Lust am Zündeln oder in Arbeit bei der Feuerwehr, soll er bei der Vernehmung angegeben haben.

„Es ist schön, dass die Bürger von Kyritz jetzt keine Angst mehr haben müssen“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Michael Köhn nach dem Bekanntwerden der Festnahme. Dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Feuerwehrmann handelt, „müsse man erst einmal verdauen und dann die Konsequenzen prüfen“.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ordnete die vorläufige Festnahme des 31-Jährigen an. Gestern wurde er dem Haftrichter am Amtsgericht vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an, woraufhin der Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt gebracht wurde.

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