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Oft sind es reine Zufallstreffer : Krankenkassen decken Betrug auf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Krankenkassen beklagen weiterhin hohe finanzielle Schäden durch falsche Abrechnungen im Gesundheitswesen. Über 200 Fälle registrierten allein die Ersatzkassen in Berlin und Brandenburg im vergangenen Jahr.

Die Krankenkassen beklagen weiterhin hohe finanzielle Schäden durch falsche Abrechnungen im Gesundheitswesen. Über 200 Fälle registrierten allein die Ersatzkassen in Berlin und Brandenburg im vergangenen Jahr.

Vielfach hätten Patienten dazu beigetragen, dass Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung geahndet werden konnten, sagt Dorothee Binder-Pinkepank, Sprecherin des Landesverbandes der Ersatzkrankenkassen (VdEK). „Oft sind es auch reine Zufallstreffer.“ Im vergangenen Jahr hatte eine „Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Fehlverhaltens im Gesundheitswesen“ insgesamt 760 000 Euro Schadensersatz von den Anbietern gefordert. Wurden in Berlin 135 Verdachtsfälle registriert, von denen sich 94 bestätigten, waren es in Brandenburg 69 Verdachtsfälle, die sich in 53 Fällen bewahrheiteten. Nicht immer habe ein Vorsatz für fehlerhafte Abrechnungen vorgelegen, so Binder-Pinkepank. Betrugsfälle würden indes der zuständigen Staatsanwaltschaft gemeldet.

Laut VdEK gestaltet sich die Durchsetzung der Rückzahlungen oft schwierig, da Anbieter in die Insolvenz gehen oder versuchen, mit Gerichtsverfahren dagegen vorzugehen. Zudem muss jeder einzelne Betrug nachgewiesen werden.

Seit rund zehn Jahren sind spezielle Abteilungen in Krankenkassen, die gegen Manipulationen bei Abrechnungen vorgehen, vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Bundesweit melden die Versicherungen alljährlich Millionenschäden.

„Es gibt im Gesundheitswesen wohl keinen Bereich, in dem es keine schwarzen Schafe gibt. Unsere Aufgabe ist es, diese aus der großen Schar derer, die korrekt arbeiten, herauszufischen“, sagt Frank Keller, Experte bei der Techniker Krankenkasse. Hierfür gebe es automatische Prüfmechanismen und Computerprogramme, die Plausibilitäten prüfen. „Was auffällig ist, schauen wir uns genauer an.“

In Brandenburg stellte das Landeskriminalamt gar einen Anstieg des Abrechnungsbetrugs fest. Laut einem Lagebild zur Wirtschaftskriminalität für das Jahr 2012 – eine aktuellere Statistik liegt noch nicht vor – wurden in jenem Jahr 267 Fälle ermittelt, knapp zehn Prozent mehr als 2011. Der Gesamtschaden belief sich auf knapp elf Millionen Euro.

Aufsehen erregte der Fall eines Potsdamer Physiotherapeuten, der mittlerweile verurteile wurde. Er hatte über Jahre selbst hergestellte ärztliche Verordnungen bei den Krankenkassen einreichte, ohne Leistungen zu erbringen. Der Schaden belief sich auf 250 000 Euro.

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