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Junge Gänse sind hingegen sicher : Kolkraben töten junge Enten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sie sorgen vor allem bei weidenden Tieren für Schäden, hacken auf schwache Kälber und Schafe ein.

svz.de von
erstellt am 09.Mai.2015 | 07:59 Uhr

Immer wieder gibt es Meldungen von gefräßigen Kolkraben. Sie sorgen vor allem bei weidenden Tieren für Schäden, hacken auf schwache Kälber und Schafe ein. In Podelzig haben sie jetzt eine kleine Entenzucht als Nahrungsplatz entdeckt.

Bei Dirk Perrier möchte man Gans, Ente oder Huhn sein. Jede Gruppe hat ihren eigenen riesigen grünen Auslauf und einen eigenen Stall. Vor sieben Jahren hat der Neu-Podelziger, der im Kreuzweg ein Häuschen baute, mit der Zucht von Pommerngänsen begonnen. „Die großen Rasenflächen waren schuld“, sagt der Familienvater schmunzelnd. Er hatte es satt, sie ständig zu mähen. Und Pommerngänse habe er schon immer gemocht. Also holte er sich ein Pärchen.

Inzwischen leben zwei Elternpaare auf dem Hof. Beide stolzieren mit ihren Jungtieren über die satten grünen Wiesen. „Jetzt sollte man nicht zu dicht rangehen“, erklärt der Podelziger. Obwohl sie sonst sehr friedliche und anhängliche Tiere seien, würde der Ganter kein Pardon kennen, wenn Junge da sind. Immer wieder bekommt der Züchter dessen Beschützertrieb zu spüren. Bei den Gänsen braucht sich Dirk Perrier auch nicht um die Sicherheit der Gössel zu sorgen. „Die Ganter würde jeden Angreifer in die Flucht schlagen“, weiß er.

In diesem Jahr nun wollte er auch mit Enten versuchen. Nicht die meist üblichen weißen Hausenten. Perrier entschied sich für Rouen Clair. Sie sehen auf dem ersten Blick aus wie Wildgänse. Allerdings sind sie etwas größer. Und: „Sie haben leider keinen Elterninstinkt“, bedauert der Züchter. Sie legen bis zu 70 Eier im Jahr. Das ist enorm.

Pommerngänse bringen es zum Beispiel auf maximal 20. Der Preis der französischen Züchtung ist jedoch, dass sie nicht selbst brüten.

Also hat Perrier die Eier seines Pärchens im Brutschrank ausbrüten lassen. Und freute sich über den Erfolg. 20 Jungtiere wackelten durchs Enten-Gehege. Am vergangenen Wochenende merkte der Züchter, dass Tiere fehlen. Er vermutete Fuchs oder Marder. Inzwischen weiß er es besser. Er hat selbst beobachtet, wie Kolkraben über ein Jungtier herfielen. Fünf sind schon Opfer der Attacken geworden.

Noch nie habe er gehört, dass Kolkraben junge Enten holen, erzählt Perrier. Ihn interessiert, ob andere vielleicht auch solche Erfahrungen gemacht haben. Gerade ist die dritte Generation seiner Enten geschlüpft. Sie sind noch sicher im Stall untergebracht. Holen die Kolkraben noch mehr der jungen Tiere, will er diese Gössel bei anderen Tierhaltern unterbringen.

Wie zum Spott kreisen trotz unser Präsenz zwei Kolkraben über dem Gelände. Sie haben sich offensichtlich auf den neuen Futterplatz eingeschossen. Und werden wieder zuschlagen, wenn niemand zu Hause ist. „Ich kann gar nichts dagegen machen“, sagt Perrier. Die Raben sind dreist. Der Entenauslauf ist sehr groß. Ihn komplett mit Netzen zu überspannen, kommt für den Podelziger nicht in Frage. Seine Tiere sollen viel Auslauf haben, das ist ihm wichtig. Auf alle Fälle wird er beim nächsten Treffen im Kleintierzuchtverein Letschin, in dem er Mitglied ist, einiges zu berichten haben. Ihm ist die Freude an der Entenzucht erst einmal verhagelt.

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