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Geldmittel fehlen : Kirchensanierung oft ein Kraftakt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der kleinen Feldsteinkirche in Garrey sind die Schäden sind nicht wegzuwischen, doch fehlt – wie in kleinen Ort so oft – das Geld.

Ohne die kleine Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert würde dem Dorf Garrey (Potsdam-Mittelmark) etwas fehlen. „Von außen sieht zwar es gut aus, doch das Mauerwerk und im Inneren ist alles marode“, sagt Wolfgang Lubitzsch vom Freundeskreis der Kirche. Der Holzwurm nagt an den Balken, Feuchtigkeit zieht ins Gebälk, das Fachwerk biegt sich auseinander. „Es hätte nicht mehr lange gedauert und alles wäre zusammengebrochen“, sagt Lubitzsch.

Für die meisten der knapp 90 Einwohner ist es undenkbar, dass es plötzlich keine Kirche mehr gibt. „Sie gehört einfach in die Mitte des Ortes“, sagt Ortsvorstand Andreas Grünthal (parteilos). Es müsse daher gelingen, sie zu erhalten. „Sonst denkt man über die Garreyer: entweder sind die sehr arm oder sehr dumm, dass sie das nicht schaffen“, fürchtet er. „Den Nachkommen wollen wir eine Kirche hinterlassen.“ Etwa die Hälfte der Einwohner gehört zur Kirchengemeinde.

In Brandenburg gibt es rund 1500 Kirchen. Viele teilen das gleiche Schicksal: Sie sind Sanierungsfälle. Bei zahlreichen Gebäuden steht der Fortbestand auf der Kippe. Der Förderkreis Alte Kirchen unterstützt seit Jahren Initiativen, die das Blatt in ihrem Ort noch einmal zu wenden versuchen. Bislang konnten mehr als 750 000 Euro für mehr als 180 Projekte zur Verfügung gestellt werden, sagt Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises.

Unterstützt werden mehr als 250 lokale Fördervereine im Land. Einige Vereinsgründungen wurden mit angeschoben: mit einem kleinen Startkapital von 2500 Euro. Verglichen mit den beispielsweise in Garrey veranschlagten Sanierungskosten in Höhe von 450 000 Euro scheint das wenig. Doch Lubitzsch vom Förderverein erläutert den Plan: Zunächst seien der desolate Giebel und der einsturzgefährdete Turm dran. Dann der Rest des Daches und die Außenwände. Bis zum Schluss aufgehoben wird die Gestaltung des Innenraumes.

„Die Summen sehen dann überschaubarer aus“, erläutert Lubitzsch. Ein Kraftakt werde es aber allemal - Spenden müssen gesammelt und Stiftungen angefragt werden. Lubitzsch hofft für Oktober auf den Abschluss des ersten Abschnitts. Bald danach soll es in der kleinen Kirche, die seit einem Jahr gesperrt ist, auch wieder Gottesdienste geben. Konzerte oder Lesungen sind auch geplant. Auf einen Termin will er sich dabei aber noch nicht festlegen lassen.


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