Justiz : Kindesmord wird erneut verhandelt

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svz.de von
25. Januar 2016, 14:53 Uhr

„Außergewöhnlich brutal und eklatant menschenverachtend“ ist Ole E. in den Augen der Bundesrichter vorgegangen, als er 2013 die zwei Jahre alte Tochter seiner Lebensgefährtin tötete. Die Tat sei „ein reiner Willkürakt“ gewesen, „unzweifelhaft niedrig“ und wohl auch „grausam“ im Sinne des Strafgesetzbuches. Mit diesen deutlichen Worten hat der Bundesgerichtshof das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) vom Oktober 2014 aufgehoben. Die Kammer hatte seinerzeit lediglich eine zwölfjährige Haftstrafe wegen Totschlags verhängt. Ab heute nun wird der Fall in Frankfurt erneut verhandelt.

Demnach komme sogar eine Verurteilung wegen Mordes bei „besonderer Schwere der Schuld“ in Frage, womit ausgeschlossen wäre, dass der heute 27-Jährige bereits nach 15 Jahren freikommt. Ole E. hatte Lilly über Stunden gequält. Er schüttelte, schlug und würgte sie, ließ sie aus großer Höhe auf den Kopf fallen. Außerdem hat er abscheuliche Dinge gesagt. „Schenk dem Mistbalg kein Mitleid!“ zum Beispiel an die Adresse der zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Kindsmutter, die nicht einschritt, ihn aber anflehte, das Martyrium zu beenden.

Zu Lilly selbst sagte er: „Ich gebe dir eine halbe Stunde. Wenn du bis dahin nicht verreckt bist, drehe ich dir den Hals um.“ Das Gericht war damals überzeugt, dass Ole E. „mit direktem Tötungsvorsatz“ handelte. Aber dem Vorsitzenden Matthias Fuchs fehlte der Beleg für niedrige Beweggründe, die eine Verurteilung wegen Mordes rechtfertigen würden.

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