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Zuordnung schwierig : Kennzeichenregel sorgt für Probleme

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Autoschilderfirmen und Fahrzeugdienstleister reagieren erwartungsgemäß negativ auf die neue Regelung.

Jährlich werden in Brandenburg mehrere zehntausend Autokennzeichen neu zugelassen. Die Entwicklung könnte bald einen Dämpfer erhalten: seit dem 1. Januar dürfen Zugezogene bundesweit ihr altes Kennzeichen an den neuen Wohnort mitnehmen. Und das hat schon in den ersten Wochen Schule gemacht. „Seit Januar gibt es 335 Fälle in Potsdam“, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Das seien bei insgesamt 429 Umschreibungen ohne Halterwechsel fast 80 Prozent.

Durch die neue Regelung sei aber die Zuordnung schwieriger, so könnten ortsfremde Fahrzeuge kaum mehr erkannt werden, kritisiert er. Da nun erst die zuständige Zulassungsbehörde ermittelt werden müsse, auf die ein Kennzeichen nicht mehr hinweist, dauere es länger, einen Halter zu identifizieren. Im vergangenem Jahr sind laut Brunzlow in der Landeshauptstadt fast 23 000 Kennzeichen zugelassen worden.

Innerhalb Brandenburgs gibt es eine solche Mitnahme-Regelung schon seit 2010, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Allerdings müsse nach wie vor die neue Adresse in den Fahrzeugschein eingetragen werden. Der Gang zur Zulassungsstelle sei weiter notwendig. Lediglich in Potsdam könne das bei der Anmeldung des neuen Wohnsitzes gleich mit erledigt werden.

Auch im Landkreis Uckermark halten die meisten Zugezogenen ihrem alten, ortsfremden Kennzeichen die Treue. Von Anfang Januar bis Mitte Februar hätten sich 54 von 88 neuen Bürgern dafür entschieden, sagt eine Kreissprecherin.

Autoschilderfirmen und Fahrzeugdienstleister reagieren erwartungsgemäß negativ auf die neue Regelung. „Der Wegfall der Umkennzeichnungspflicht beim Wohnortwechsel verursacht erhebliche Umsatzeinbußen bei unseren Mitgliedsfirmen“, sagt der Vorstand des Bundesverbands der Autoschilderfirmen und Fahrzeugdienstleister (BAF), Manfred von der Heyden. Der Geschäftsführer des Bundesverbands für Kfz-Kennzeichen (BKK), Uwe Glomb, schätzt, dass die Verluste deutschlandweit in die Millionen Euro gehen könnten.

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