Brauchbare Hinweise gibt es noch nicht : Keine Spur vom sechsjährigen Elias

Die Polizei geht bisher von einem Unglück aus.
Die Polizei geht bisher von einem Unglück aus.

Bisher gingen mehr als 60 telefonische Hinweise ein. Sie würden alle überprüft. „Es gibt immer noch keine heiße Spur“, so die Polizei.

svz.de von
10. Juli 2015, 22:00 Uhr

Vom vermissten sechsjährigen Elias aus Potsdam hat auchgestern jede Spur gefehlt. Seit Mittwochnachmittag ist der Junge verschwunden. Auch zwei Tage danach suchten Polizisten nach dem Kind, zudem waren erneut Spürhunde im Einsatz, wie eine Polizeisprecherin sagte. Bisher gingen mehr als 60 telefonische Hinweise ein. Sie würden alle überprüft. „Es gibt immer noch keine heiße Spur“, so die Sprecherin. Elias war nach Angaben seiner Mutter von einem Spielplatz im Stadtteil Schlaatz verschwunden.

Die Polizei war auch in Schulen der Umgebung, um Schüler und Lehrer zu befragen. Elias ist Erstklässler. Die Wasserschutzpolizei sei noch einmal bis zu dem Bereich unterwegs gewesen, wo die Nuthe in die Havel fließt. Zudem hatte die Polizei Kontakt zum Filmpark Babelsberg aufgenommen, um herauszufinden, ob der Junge sich möglicherweise dort aufhält. Am Donnerstag hatten sich bis zu 150 Polizisten an der Suche beteiligt. Etwa in dieser Größenordnung bewegte sich der Einsatz auch gestern, hieß es.

Zudem beteiligten sich viele freiwillige Helfer. Auch auf Facebook hatten Freundinnen der Mutter einen Suchaufruf nach dem blonden Jungen gestartet. Außerdem verteilten sie Flyer. Die Polizei sieht diese Hilfe positiv. Es sei „unglaublich, so eine Welle der Hilfsbereitschaft zu erleben“, sagte die Polizeisprecherin. Kritisch sehe sie jedoch, wie sehr „die Gerüchteküche über die sozialen Medien hochkocht“. Jeder wolle etwas gesehen haben, und die Polizei müsse allem nachgehen.

Die Initiative „Vermisste Kinder“ hält die Suche nach einem verschwundenen Kind auch über soziale Medien grundsätzlich für ein gutes Mittel. „Gerade wenn Verwandte und Freunde auf Facebook einen Aufruf starten, ist das absolut nachvollziehbar“, sagte Sprecher Daniel Kroll. „Es sollte einen Kanal geben, der von der Polizei gesteuert wird.“ Sonst würden unglaublich viele Gerüchte gestreut. Die Initiative bietet Unterstützung an - sowohl den Familien, als auch den Ermittlern. Auch im Fall der verschwundenen Inga aus Sachsen-Anhalt halfen sie bei der Öffentlichkeitsfahndung. Von der Initiative kam die Idee für eine bundesweite Plakatkampagne.

Im Fall des in Potsdam verschwundenen Elias gebe es bislang keine Pläne für Plakate, sagte Kroll. Nach Angaben des Brandenburger Polizeipräsidiums wurden im Land in den vergangenen Jahren im Schnitt 200 bis 250 Menschen vermisst. Knapp die Hälfte davon sei unter 18 Jahren. „Die allermeisten Vermisstenfälle gehen glimpflich aus“, so ein Sprecher. Darunter seien viele Ausreißer, die öfter wegliefen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen