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Neue Attraktion : Karls Erdbeeren erobern die Mark

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Obstbauern von der Ostsee haben jetzt auch ein Erlebnis-Dorf im Havelland eröffnet – gleich neben einem weiteren Ausflugsziel.

Das Havelland ist um eine Attraktion reicher. Neben dem Olympischen Dorf von 1936 ist der erste Brandenburgische Karls Erdbeer-Hof entstanden – mit Bauernmarkt, Schaumanufakturen und kostenlosem Freizeitpark.

Die große Erdbeere auf dem Scheunendach grüßt die Autofahrer schon von Weitem. Auch wenn die Routenplaner mit der neuen Adresse „Zum Erlebnisdorf 1“ noch nichts anfangen können, der Erdbeer-Hof an der B 5 ist kaum zu verfehlen.

Das erste Zeichen, das hier den Besucher mehr als ein weiteres Center auf der grünen Wiese erwartet, sind die unbearbeiteten Birkengriffe an den Einkaufswagen. Wer die große Scheunentür durchschreitet, staunt über meterhohe Regale mit alten Kaffeekannen. Nicht weniger als 27 390 verschiedene Exemplare hat der Gutachter vom Guinness-Buch der Rekorde gezählt.

Und es sollen noch mehr werden. „Wir tauschen alte Sachen gegen Erdbeergutscheine“, sagt Geschäftsführer Robert Dahl. Auf seinem Bauernmarkt mit Hof-Küche wäscht man sich die Hände über Emaille-Schüsseln, Kochtöpfe werden zu Lampenschirmen umfunktioniert, Milchkannen als Zaunpfähle benutzt. Altes Holz und Rost als wärmende Maßnahme gegen glattes Einerlei.

Kurz vor der gestrigen Eröffnung kreischten noch überall die Sägen, fuhren Tieflader über neue Sandwege. Eigentlich sollte ja sogar erst am 14. Juni gefeiert werden. „Doch da ist auf unseren Feldern in Rövershagen gerade Haupterntezeit“, erklärt Dahl die vorgezogene Eröffnung.

Dort begann 1921 die Geschichte des Familienbetriebes. Dahls Großeltern Karl und Frieda bauten an der Ostsee Obst und Gemüse an, das sie mit selbstgemachten Weidenkörben auf dem Rostocker Wochenmarkt verkauften. Nach dem Krieg gründete die Familie im Westen einen neuen Betrieb und belieferte die Schwartauer Marmeladen-Werke mit Früchten. „Ich bin auf dem Erdbeerfeld groß geworden“, sagt Robert Dahl.

In seinen Erlebnisdörfern will er Kindheitserinnerungen wecken. Das Gefühl vom Wachstuch auf Omas Küchentisch zurückholen, auf dem man im Sommer mit nackten Ärmchen gelehnt hat, während töpfeweise warme Erdbeermarmelade in die Gläser gefüllt wurde.


Apfelmus oder lieber Lachs?


Besucher können auch bei der Bonbon-Herstellung zugucken. Oder miterleben, wenn in der „Pfannkuchen-Schmiede“ auf einem gusseisernen Rondel Eierkuchen gebacken werden. Der Teig wird nicht nur mit Apfelmus gefüllt, sondern auch mit Rucola oder Lachs. In „Friedas Hofküche“ wird Steckrübeneintopf gelöffelt, das Sauerteigbrot mit Erdbeerwasser gebacken. Im Bauernmarkt mit Fruchtweinen, handgezimmerten Vogelhäuschen und Fröschen aus buntem Blech hat auch ein Bienenmuseum Platz gefunden. Neun Millionen Euro hat die Firma Karls, die in Norddeutschland schon lange für ihre erdbeerförmigen Verkaufshütten bekannt ist, in den mittlerweile fünften Standort investiert. Die Nähe zu Berlin und Potsdam, das Sielmann-Schaugehege mit Wisenten als direkten Nachbarn und das nahe Outlet Center sind für Dahl ganz klare Standortvorteile.

Wie gut es laufen kann, erlebt der gelernte Obstbauer derzeit in seinem Freizeitpark in Röversdorf, den er nach der Wende aufgebaut hat. 1,2 Millionen Besucher kamen 2013.

Kein Wunder: Indoor-Tobeland, Kinderbauernhof, Schatzhöhle, Wasserspielplatz, Streichelzoo, Riesen-Kartoffelsack-Rutsche und Hüpfburg sind auch in Wustermark kostenlos. Trotzdem durfte eine Kita-Gruppe, die schon vorab die neuen Abenteuerspielplätze testete, ihre eigenen Butterbrote mitbringen. „Verbote sind bei Karls verboten“, sagt der Chef. „Wenn fröhliche Kinder unser Erlebnisdorf bevölkern, dann ist das die beste Kulisse.“

Karls Erlebnis-Dorf ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet.



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