Stiftungen : Kapital für die Ewigkeit

Neun Stiftungen entstanden 2015 in Brandenburg: Die Hoeck-Stiftung ist eine davon

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04. Januar 2016, 00:32 Uhr

Es war der Tod der Mutter, der dazu führte, dass der Eberswalder Stadtverordnete Martin Hoeck (FDP) zu einem Stifter wurde. Dagmar Hoeck verstarb 2014 im Alter von nur 56 Jahren an einem Hirntumor. Und ihre letzten Lebenstage verbrachte sie in einem Hospiz. „Sieben Wochen lang wurde sie dort gut betreut“, sagt Martin Hoeck. Doch das Hospiz bekam nur 90 Prozent der Kosten von der Krankenkasse erstattet. Zehn Prozent musste die Einrichtung selbst aufbringen. „Das Hospiz wollte diese Kosten nicht an die Patienten weitergeben, und bat stattdessen um Spenden“, sagt Hoeck. Er und sein Vater spendeten – und nach dem Tod der Mutter entschieden sie sich, das Hospiz langfristig zu unterstützen. Sie gründeten die „Hoeck-Stiftung“.

Sie ist eine von insgesamt neun Stiftungen, die im Land Brandenburg im vergangenen Jahr gegründet wurden. Für eine Stiftung stellen Privatpersonen oder auch die öffentliche Hand ein Stiftungskapital bereit, über das sie selbst nicht mehr verfügen und das in der Regel nicht mehr angetastet wird. Aus den Zinsen dieses Kapitals, das durch so genannte Zustiftungen vergrößert wird, werden dann die in der Satzung der Stiftung festgeschriebenen Ziele finanziert. Auf diese Weise können Stiftungen Jahrhunderte überleben: Im bayerischen Augsburg etwa besteht seit 1521 die Fugger-Stiftung, die sich bis heute für bedürftige Mitbürger einsetzt.

Wie das Innenministerium in Potsdam am Neujahrstag mitteilte, bestehen in Brandenburg derzeit 201 Stiftungen, darunter 21 kirchliche Stiftungen und acht Familienstiftungen. „Stifter leisten einen wichtigen Beitrag zum bürgerschaftlichen Miteinander“, sagt Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). „Ihr Engagement ist Ausdruck von gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein.“

„Eigentlich war es nicht sehr schwierig, die Stiftung zu gründen“, sagt Martin Hoeck. Während bis vor einigen Jahren ein Stiftungskapital von 50 000 D-Mark beziehungsweise 25 000 Euro Voraussetzung für die Gründung einer Stiftung war, ist heute lediglich vorgeschrieben, dass das Kapital ausreichen müsse, um die Stiftungszwecke zu erreichen. Er und sein Vater entschieden sich, mit 10 000 Euro an den Start zu gehen. „Wir haben dem Innenministerium dann unsere Satzung zur Prüfung eingereicht“, sagt Hoeck. „Das Ministerium hat uns wirklich unterstützt, mit dem Finanzministerium Rücksprache gehalten, dann haben wir einige Dinge verändert – und konnten die Stiftung gründen.“

Im Mai 2015 nahm die Hoeck-Stiftung ihre Arbeit auf: In Eberswalde werden Veranstaltungen organisiert, um die Bekanntheit der Stiftung zu erhöhen und weitere Spenden für die Stiftungsarbeit einzuwerben. Und seit der Anerkennung der Stiftung konnten Hoeck und sein Vater das Stiftungskapital auf über 20 000 Euro verdoppeln. Andere Mittel wiederum wurden direkt als Spende verteilt – an das Hospiz ebenso wie an einen Verein zur Förderung behinderter Menschen, der mit dem Geld dann einen Kleinbus kaufen konnte.

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