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Kurioser Gast in Frankenförde : Känguru ist Polizei einen Sprung voraus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Buschkänguru hält mehr als neun Stunden lang Polizei, Veterinärmediziner und Anwohner in Frankenförde in Atem.

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2015 | 22:00 Uhr

Ein Buschkänguru hat mehr als neun Stunden lang Polizei, Veterinärmediziner und Anwohner in Frankenförde (Teltow-Fläming) in Atem gehalten. Gegen sechs Uhr war am Montagmorgen der Alarm in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal ausgelöst worden, nachdem eine Anwohnerin nach Polizeiangaben am Dorfrand ein umherhüpfendes Känguru entdeckt hatte und die Polizei um Hilfe bat. Die Frankenförderin war nicht die einzige, der das Beuteltier aufgefallen war.

„Die Hunde im Dorf haben angeschlagen, Rinder und Kühe auf der Weide wussten auch nicht so richtig, was sie davon halten sollen und waren verunsichert“, erzählt Polizeisprecher Axel Schugardt. Als seine Kollegen vor Ort eintrafen, sei das etwa ein Meter große Tier bereits in ein nahegelegenes Maisfeld gehüpft und hatte sich dort verschanzt. Erst vier Stunden später tauchte es wieder springend in der Nähe einer Rinderkoppel auf und löste eine Großfahndung aus.

Ordnungsamt, Untere Jagdbehörde, Polizei, Veterinäramt und Anwohner beteiligten sich Schugardt zufolge an der Such- und Fangaktion, die sich über mehrere Stunden hinzog. „Insgesamt waren es zehn Personen, die Polizei war mit zwei Funkwagen vor Ort“, sagt Schugardt. Doch dem Buschkänguru gelang immer wieder die Flucht, obwohl der Tierarzt bis auf fünf Meter an das Beuteltier herankam, um es mit einem Pfeil aus dem Blasrohr zu narkotisieren, wie Maurice Radtke vom Ordnungsamt der Gemeinde Nutze-Urstromtal berichtet.

Letztlich gelang es dem Veterinär, den Flüchtling mit insgesamt vier Narkosepfeilen in den Schlaf zu versetzen. „Danach wurde es in einen Transportbehälter verladen und vorübergehend zu einer Pflegefamilie gebracht, die sich mit der Aufzucht von Kängurus auskennt.“ Von wo das etwa sieben Kilo schwere Tier stammt, ist unklar. „Eine Vermisstenanzeige liegt uns nicht vor“, sagt Polizeisprecher Schugardt.

Nach Aussagen des Ordnungsamtes suchen derzeit mehrere Tierschutzorganisationen und Behörden nach einer langfristigen Unterbringung. Erst im November vergangenen Jahres hatte ein Artgenosse in Werder/Havel für Aufsehen gesorgt: Das Tier war aus einem Privatgehege entwischt. Bei der „Festnahme“ machte sich „Skippy“ aber wiederum aus dem Staub und sprang über einen Zaun. Ein Happy End blieb dennoch aus: Anfang Januar wurde das Tier tot auf jenem Firmengelände aufgefunden, auf dem ihm zuvor noch die Flucht gelungen war.

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