Belohnung : (K)ein Dankeschön für Ehrenamtliche

Ehrenamtliche sollen für ihre Arbeit mit Rabatten belohnt werden.
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Ehrenamtliche sollen für ihre Arbeit mit Rabatten belohnt werden.

Schon 1000 Ehrenamtskarten vergeben – doch in der Prignitz klafft eine Lücken.

svz.de von
22. Juli 2014, 07:35 Uhr

Wer sich in Brandenburg ehrenamtlich engagiert, kann dafür ein Dankeschön erhalten. Seit April 2013 gibt es die Ehrenamtskarte des Landes Brandenburg. Rund 100 Partnerunternehmen, Vereine und Kommunen gewähren den Inhabern der Karte Vergünstigungen. Die Bandbreite reicht vom freien Eintritt beim Besuch einer Kürbisausstellung und verbilligte Kanumieten über reduzierte Museumseintritte und Rabatte in Gaststätten bis zum Erlass der Grundgebühr für den Hausnotruf.

„Um eine Ehrenamtskarte erhalten zu können, muss ein drei Jahre andauerndes ehrenamtliches Engagement im Umfang von mindestens 20 Stunden im Monat nachgewiesen werden“, sagt Manfred Bauer, der Leiter der Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement in der Staatskanzlei. Seit 2013 seien mit Hilfe von Vereinen und Verbänden, aber auch direkt von der Staatskanzlei rund 1000 Ehrenamtskarten ausgegeben worden. „Für uns ist das ein Instrument der Anerkennung für Engagierte“, sagt Bauer.

Und zugleich ist es ein Prestigeprojekt der Staatskanzlei: So wie regelmäßig der „Ehrenamtler des Monats“ ausgezeichnet wird, gilt auch die Förderung des Ehrenamts mit der Ehrenamtskarte in Potsdam als probates Mittel zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Land. Oder zumindest in Teilen des Landes. Denn manche Probleme hat die Staatskanzlei seit April 2013 nicht gelöst.


In einigen Regionen gibt’s kaum Vorteile


Schon als der damalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) die ersten 50 Ehrenamtskarten in der Staatskanzlei verlieh, verwies er auf die „wenigen weißen Flecken“ im Land, wo es noch keine Partner für die Karte gebe. Und dabei ist es bislang geblieben. In der Prignitz etwa wird die Ehrenamtskarte derzeit noch nirgendwo anerkannt. Im Elbe-Elster-Kreis ist eine Ermäßigung beim Minigolf in Bad Liebenwerda der bislang einzige Vorteil, den ein Inhaber der Karte vor Ort erhalten kann – in Prenzlau (Uckermark) gibt es lediglich eine Ermäßigung fürs Dominikanerkloster. „Wir haben mehr Partner im Raum Potsdam als in der Tiefe des Landes“, sagt Manfred Bauer. „Aber wir versuchen, zusammen mit den örtlichen Landtagsabgeordneten, die Bekanntheit der Karte und die Zahl der Partner zu erhöhen.“

Derzeit noch in den Kinderschuhen steckt auch die Anerkennung der Karte über die Landesgrenzen hinweg: In Berlin wird die Karte derzeit nur von der Brandenburger Schlösserstiftung und einem Fachgeschäft für Motorroller in Marzahn anerkannt. In anderen Bundesländern gar nicht. Und das, obwohl für einen Nutzer der Karte aus der Lausitz eine Ermäßigung im Zoo Hoyerswerda wohl mehr zählen würde als eine Freikarte für den bei Eberswalde gelegenen Tiergarten Kunsterspring. Oder mancher Prignitzer vielleicht lieber ins Theater nach Schwerin anstatt nach Potsdam fahren würde.

„Wir sind diesbezüglich in Gesprächen“, sagt Manfred Bauer. In Berlin würden immerhin dieselben Voraussetzungen zum Erhalt einer Karte gelten wie in Brandenburg. „Aber die Berliner haben Premium-Partner wie Hertha BSC“, sagt Bauer. Da werde noch über eine wechselseitige Anerkennung verhandelt.

Im November seien zudem mit den anderen Bundesländern Gespräche geplant, um die Vergleichbarkeit und die wechselseitige Anerkennung der Ehrenamtskarten zu erreichen. „Gerade mit Mecklenburg-Vorpommern arbeiten wir da eng zusammen.“

Dann können vielleicht auch Prignitzer bald von der Karte profitieren.

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