Geschützte Tiere : Jede vierte Boa lebt in der Prignitz

Umstritten: Immerhin 21 der 81 in Brandenburg lebenden Exemplare der Boa Constrictor werden zwischen Wittenberge und Perleberg in Terrarien gehalten.
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Umstritten: Immerhin 21 der 81 in Brandenburg lebenden Exemplare der Boa Constrictor werden zwischen Wittenberge und Perleberg in Terrarien gehalten.

In der Prignitz leben die meisten Würgeschlangen Brandenburgs: Immerhin 21 der 81 in Brandenburg lebenden Exemplare der Boa Constrictor werden zwischen Wittenberge und Perleberg in Terrarien gehalten.

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20. Februar 2014, 07:29 Uhr

In der Prignitz leben die meisten Würgeschlangen Brandenburgs: Immerhin 21 der 81 in Brandenburg lebenden Exemplare der Boa Constrictor werden zwischen Wittenberge und Perleberg in Terrarien gehalten. Dazu kommen noch ein Tigerpython und 2 Königspythons. Das geht aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ der Landtagsabgeordneten Barbara Richstein (CDU) hervor, die dieser Zeitung vorliegt.

Demnach halten im Land Brandenburg mehr als 6 000 private Halter etwa 20 000 geschützte Tiere. Dazu gehören ein im Landkreis Ostprignitz-Ruppin beheimateter Löwe, je ein Leopard in den Landkreisen Barnim und Ostprignitz-Ruppin sowie fünf Schimpansen im Landkreis Märkisch-Oderland. Das einzige Brandenburger Nilkrokodil hat seine Heimat im Landkreis Oberhavel, während sich die insgesamt zehn Brillenkaimane vorwiegend in den kreisfreien Städten sowie im Landkreis Potsdam-Mittelmark tummeln. Die in Zirkussen oder Zoos lebenden Tiere sind in der Statistik nach Angaben von Jörg Lippert, Mitarbeiter in der Artenschutzabteilung des Landesamts für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz im Übrigen nicht erfasst. Auch der Löwe werde demnach privat gehalten.

„Als Landesamt sind wir die Artenschutzvollzugsbehörde des Landes“, sagt Lippert. Die Behörde kontrolliert, ob Tiere legal nach Deutschland eingeführt wurden, ob es sich bei Tieren um Nachzuchten handelt und wird tätig, wenn etwa Greifvögel illegal aus Horsten entnommen werden. Für die Art und Weise der Tierhaltung sind hingegen die Veterinärämter in den Landkreisen zuständig. „Für jede Tierart gibt es bundesweite Mindeststandards“, sagt Lippert. Dabei erlebe man bei den Tierhaltern vor Ort durchaus unterschiedliche Situationen: Manche hielten sich mit ihren Käfigen, Terrarien und Volieren genau an die Mindeststandards, andere hätten viel Zeit und Liebe in ihre Tierhaltung investiert und würden die vorgegebenen Standards teils deutlich übertreffen.

Wie oft die örtlichen Veterinärämter Verstöße gegen die artgerechte Haltung von Tieren festgestellt haben, geht aus der Antwort der Landesregierung indes nicht hervor. Die Landtagsabgeordnete Richstein will sich deswegen diesem Thema weiter widmen. „Ich kann es nicht uneingeschränkt gut heißen, dass wir alle möglichen exotischen Tiere in unseren Häusern und Wohnungen halten“, sagte Richstein dieser Zeitung. „Das steht meinem Umweltverständnis entgegen.“

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