Ungewöhnliches Hobby : Indiana Jones und die Suche nach dem Ehering

Alex Tuerk und seine Frau Merylyne Osogo (von links) freuen sich  über den wiederentdeckten Ehering. Jens Hfalek und Sabine Frickel (von rechts) brauchten knapp zehn Minuten, um das Schmuckstück aufzuspüren.
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Alex Tuerk und seine Frau Merylyne Osogo (von links) freuen sich über den wiederentdeckten Ehering. Jens Hfalek und Sabine Frickel (von rechts) brauchten knapp zehn Minuten, um das Schmuckstück aufzuspüren.

Schatzsucher fahndeten in einem Gewässer im Landkreis Oberhavel mit Spezialgerät nach einem verlorenen Schmuckstück.

svz.de von
30. Juli 2014, 16:15 Uhr

Jens Hfalek hat ein eher ungewöhnliches Hobby. Er wird gerufen, wenn Menschen beispielsweise Schmuck verloren haben. Dann taucht er mit einem speziellen Metalldetektor auf und sucht die verloren gegangenen Schätze. Am Sonntag war er im Waldstich in Zehdenick im Einsatz.

Etwas mehr als eine Woche ist es nun her, dass die Berlinerin Merylyne Osogo Tuerk ihren goldenen Ehering verloren hatte. Beim Baden im Waldstich rutschte er ihr vom Finger – nur die Stelle konnte sie sich noch merken. Gemeinsam mit ihrem Mann Alex suchte sie eine Woche lang nach jemandem, der den besonderen Ring wiederbeschaffen kann.

Übers Internet schließlich fanden sie Hfalek, der für den über die Internetseite www.aktivsucher.de zu erreichenden Verein derartige Fälle übernimmt. Bezahlt wird dabei vor allem die Anreise des Cottbussers Hfalek und seiner Kollegen. „Das Tollste ist, wie sich die Menschen freuen, wenn wir ihren Schmuck wiederfinden, selbst wenn es eigentlich nur ein Stück Metall ist“, erklärt Hfalek. Wie lange es dauert, bis die Schatzsucher fündig werden, sei absolut unterschiedlich und hänge auch davon ab, ob an Land oder unter Wasser gesucht werden muss.

Der Einsatz im Waldstich jedenfalls nahm gerade einmal zehn Minuten in Anspruch. Dann gab das Gerät von Hfaleks Kollegin Sabine Frickel die erlösenden Signale von sich. „Die Emotionen waren groß. Die Frau sprang total aufgeregt und glücklich durchs Wasser“, erinnert sich der Taucher.

Seit acht Jahren ist Hfalek in Deutschland als Schatzsucher unterwegs. Seit zwei Jahren arbeitet er zudem daran, seine Tauchfähigkeiten auszubauen. Die Arbeit unter Wasser sei viel geheimnisvoller als die Suche an Land. „Man hört nur das eigene Atmen und über Kopfhörer das Signal des Geräts.“ An Land hingegen gibt es wesentlich mehr Ablenkung, etwa durch Vögel, Straßen und andere Umwelteinflüsse. Hfalek ist aber nicht nur auf der Suche nach verlorenen Ringen. In Polen etwa werden er und seine Kollegen zuweilen gebucht, um nach Familienschätzen zu suchen, die dort noch im Zuge der Flucht nach der Vertreibung im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg stehen.

Sein bislang aufregendstes Erlebnis bei der Suche nach Edelmetall aber war der Einsatz im Fürst-Pückler-Park Branitz. Dort war er damit beauftragt worden, den Eingang zu der Pyramide zu suchen, die dort im See als letzte Ruhestätte des Fürsten inszeniert wurde. Was konkret er dabei gefunden hat, darf Hfalek derzeit aber noch nicht preisgeben. So viel sei jedoch verraten: Die Ergebnisse werden im kommenden Jahr öffentlichkeitswirksam präsentiert.

Was riesige Schätze angeht, ist der ganz große Fund für Hfalek bislang noch nicht zu Tage getreten. Trotzdem schwingt bei jedem Einsatz auch ein wenig die Hoffnung mit, dass es bei diesem Mal anders ausgehen könnte, beschreibt Hfalek. „Irgendwie suchen wir alle den Kick, einen tollen Fund zu machen.“

Im Land Brandenburg ist das allerdings nicht ganz so einfach, wie an anderer Stelle. Denn der hohe Grad der Munitionsbelastung auf vielen Flächen sorgt dafür, dass der Kampfmittelräumdienst sehr oft zum Einsatz kommen muss. Im Dollgensee bei Lübben etwa fand Hfalek bei einem Einsatz auch schon sehr viel Panzermunition. In so einem Fall ist die Schatzsuche erst einmal vorbei – bis die gefährlichen Munitionsreste gesichert, abtransportiert oder gesprengt worden sind.

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