Entbindung auf der Stadtautobahn: : In die Hände seiner Mutter geboren

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Auf der Geburtsurkunde von Konrad Schuldes aus Birkenwerder (Oberhavel) steht „Berlin-Bezirk Reinickendorf“ als Geburtsort. Im offiziellen Register ist vermerkt: „Stadtautobahn Berlin“. Die Dramatik hinter diesem Ereignis kann nur Konrads Mutter richtig erklären.

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29. November 2014, 11:00 Uhr

Auf der Geburtsurkunde von Konrad Schuldes aus Birkenwerder (Oberhavel) steht „Berlin-Bezirk Reinickendorf“ als Geburtsort. Im offiziellen Register ist vermerkt: „Stadtautobahn Berlin“. Die Dramatik hinter diesem Ereignis kann nur Konrads Mutter richtig erklären.

Yvonne Schuldes und ihr Mann Peter erwarteten Mitte November ihr drittes Kind. „Als die Wehen an jenem Sonnabend um 15.50 Uhr losgingen, habe ich mich nochmal hingelegt“, sagt die 37-Jährige. Sie hatte sich lange vorher mit einer Hebamme auf die Entbindung vorbereitet, die ganz stressfrei in einem Charlottenburger Geburtshaus geplant war. Doch zur Ruhe kam die Hochschwangere nicht. Eine halbe Stunde später saß sie mit ihrem Mann im Auto nach Berlin.

„Dann ging plötzlich alles ganz schnell“, berichtet die ausgebildete Steuerfachangestellte. Es war 16.48 Uhr als sie zu ihrem Mann sagte: „Das Kind kommt hier im Auto!“ Er wollte anhalten, aber dann war das Köpfchen auch schon da. „Konrad wurde in meine eigenen Hände hinein geboren“, sagt die glückliche Mutter stolz. Währenddessen lenkte Peter Schuldes das Auto weiter in Richtung Geburtshaus.

Im Auto war es dunkel. In der Aufregung vergaß die Mutter, das Licht anzuschalten. Aber sie spürte, dass die Nabelschnur des Babys zu kurz war, um es an die Brust zu heben. Yvonne Schuldes legte sich ihren Sohn auf den Bauch und rief selbst die Hebamme an, die im Geburtshaus auf sie wartete. „Ich war furchtbar aufgeregt, weil der Junge stumm blieb, doch als ich die Hebamme fragte, was ich machen soll, gab er seinen ersten Laut von sich.“

Die Mannschaft des Geburtshauses erwartete die Familie schon vor der Tür. Mutter und Kind wurden versorgt, beiden geht es bestens. Nach sechs Stunden konnten die drei Schuldes die Rückfahrt nach Birkenwerder antreten. Yvonne Schuldes sagt: „Ich fühlte mich durch meine Hebamme gut vorbereitet. Dass Konrad im Auto zur Welt kam, war zwar nicht geplant, aber ich kann nur sagen, dass diese die schönste meiner drei Geburten war!“

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