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Gedenkstätten : Immer mehr internationales Publikum

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgs Gedenkstätten an Orten des Nazi-Terrors ziehen immer mehr Besucher an. Mehr als eine halbe Million Menschen, im Jahr 2012 waren es noch rund 480 000, kamen allein in die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen.

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erstellt am 04.Jan.2014 | 10:00 Uhr

Ob Ravensbrück oder Sachsenhausen: Brandenburgs Gedenkstätten an Orten des Nazi-Terrors ziehen immer mehr Besucher an. Mehr als eine halbe Million Menschen, im Jahr 2012 waren es noch rund 480 000, kamen allein in die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen, berichtete Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. „Die Besucher werden immer internationaler“, sagte er. Vor allem die neuen, multimedialen Ausstellungen stießen bei Jugendlichen auf Interesse.

So seien in Oranienburg am Sitz der Stiftung Sonderführungen nötig durch die Schau „Die Zentrale des KZ-Terrors“ über die Inspektion der Konzentrationslager (IKL). Unter dem Titel will sie am authentischen Ort die Konsequenzen zeigen, die das Handeln der Schreibtischtäter in der zentralen Verwaltung in unmittelbarer Nähe zum KZ Sachsenhausen hatte. Auch an der Gedenkstätte Ravensbrück gebe es ein gestiegenes Besucher-Interesse, schilderte Morsch. „Das hängt sicherlich mit der im vergangenen April eröffneten neuen Hauptausstellung zusammen.“

Neue Impulse erwartet der Stiftungs-Direktor vor allem in Brandenburg/Havel, nachdem Sylvia de Pasquale die Leitung der Gedenkstätte übernommen hat und die Zusammenarbeit mit der Stadt wächst. In dem früheren Zuchthaus Brandenburg-Görden, wo zwischen 1940 und 1945 rund 2000 Menschen durch die NS-Justiz hingerichtet wurde, soll in Zusammenarbeit mit dem Justizministerien in Potsdam eine neue Dauerausstellung entstehen.

Zugleich werden mit Unterstützung der Gesundheitsministerin sowie des Behindertenbeauftragten der Landes Brandenburg Projekte entwickelt, die die pädagogische Arbeit an der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie verbessern. „Wir wollen am authentischen Ort des ehemaligen Zuchthauses Brandenburg-Görden nicht nur die Geschichte politischer Verfolgung, sondern auch die Entwicklung des allgemeinen Strafvollzugs von der Weimarer Zeit bis heute zeigen“, erklärte der Stiftungs-Direktor.

„Für dieses Vorhaben, für das es in der Bundesrepublik bisher nur ein einziges Vorbild gibt, bietet sich die heutige JVA in Görden an, weil die 1927/28 errichtete Strafanstalt bereits in ihrer Architektur Ausdruck eines beabsichtigten Wandels zum modernen Strafvollzug war“, so Morsch. Bereits 2014 solle ein erster Ausstellungsteil zum Bau und über die frühen Jahre in der Weimarer Republik eröffnet werden.

In Kürze will die Stiftung die Wanderausstellung „Terror in der Provinz. Die frühen Konzentrationslager in Brandenburg 1933/34“ eröffnen. Sie soll in mehreren Städten und Gemeinden Brandenburgs gezeigt werden. Zudem liefen die Vorbereitungen für den 70. Jahrestag der Befreiung an, sagte Morsch. Für 2015 sei eine große Sonderausstellung in Sachsenhausen und Ravenbrück geplant.

Die seit 20 Jahren bestehende Stiftung erinnert an Terror, Krieg und Gewaltherrschaft und soll eine Auseinandersetzung mit diesen Themen fördern. Bis heute haben nach eigenen Angaben weit mehr als neun Millionen Menschen ihre Einrichtungen besucht.

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