zur Navigation springen

Beamte müssen auch Spiele in unteren Ligen absichern : Immer mehr gewaltbereite Fußballfans

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Polizeigewerkschaft befürchtet daher eine Überlastung. Besonders im Umfeld von Hertha BSC würden sich immer mehr gewaltbereite Fans sammeln, sagte Berlins Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU)

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Die Polizei hat in der Region rund 1850 gewaltbereite Fußballfans registriert. Um Ausschreitungen zu verhindern, werden auch in Brandenburg deutlich mehr Beamte als früher abgestellt. Die Polizeigewerkschaft befürchtet daher eine Überlastung. Besonders im Umfeld von Hertha BSC würden sich immer mehr gewaltbereite Fans sammeln, sagte Berlins Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU) . Während im Jahr 2011 für die Hauptstadt noch 1267 Anhänger der Hooligan-Szene von der Polizei in einer Sportgewalt-Datei erfasst wurden, waren es zuletzt bereits 1612. Dagegen warfen gestern Vertreter der Fußballfans bei einer Anhörung im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses der Polizei eine „Sammelwut“ von Daten vor, bei der auch Unbeteiligte erfasst würden.

In Brandenburg sind derzeit nach Angaben des Innenministeriums rund 240 Personen registriert, bei denen Ausschreitungen zu befürchten sind. Schwerpunkt seien die Vereine FC Energie Cottbus sowie SV Babelsberg. Demnach wurden in der vergangenen Fußballsaison 80 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Fußballspielen geführt. Bei Krawallen wurden in dem Zeitraum sieben Polizisten verletzt – so viele wie seit Jahren nicht.

Risikospiele gibt es nach den Erfahrungen der Polizeigewerkschaft GdP längst auch in unteren Spielklassen. „Wo früher drei Streifenpolizisten standen, müssen heute manchmal mehrere Züge der Bereitschaftspolizei anrücken“, sagt der Landesvorsitzende Bernd Schuster. Der Gewerkschafter beklagt zudem, dass die Beamten angesichts einer Vielzahl von Veranstaltungen am Wochenende die „Verschleißgrenze“ erreichen.

Als problematisch stuft das Innenministerium vor allem Spielstätten in unteren Ligen ein, in denen es keine Fanzäune oder Pufferzonen gebe. „Dort kommen auch nur ehrenamtliche Ordner zu Einsatz“, sagt Sprecher Wolfgang Brandt, der zugleich betont, dass es nicht originäre Aufgabe der Polizei sei, in Stadien für Sicherheit zu sorgen.


Polizei erreicht Verschleißgrenze


Dagegen verweist der Landes-Fußballverband auf vielfältige Maßnahmen, um Gewalt zu vermeiden. So habe man Sicherheitsrichtlinien etabliert, damit Vereine bei brisanten Spielen entsprechende Vorbereitungen treffen, sagt Verbandsgeschäftsführer Michael Hillmann. „Es gab im Land in den vergangenen Jahren aber nur selten negative Vorkommnisse.“ Derweil hat der 1. FC Köln nach Krawallen von eigenen Fans beim Bundesligaspiel in Mönchengladbach harte Konsequenzen gezogen. Der betroffenen Ultra-Gruppierung soll ein Stadionverbot ausgesprochen werden, teilte der Verein gestern mit. Zudem wurden Fotos der Randalierer auf die Webseite gestellt, um die Täter zu identifizieren.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen