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Sonderkontrolle offenbart : Hygienemängel in Schulküchen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eine vom Brandenburger Verbraucherschutzministerium initiierte Sonderkontrolle von Essenausgabestellen in Kitas und Schulen hat vielerorts Hygienemängel zutage gebracht. Beanstandungen gab es in fast zwei Drittel der überprüften Häuser.

Eine vom Brandenburger Verbraucherschutzministerium initiierte Sonderkontrolle von Essenausgabestellen in Kitas und Schulen hat vielerorts Hygienemängel zutage gebracht. Beanstandungen gab es in fast zwei Drittel der überprüften Häuser.

Wie Ministerin Anita Tack (Linke) gestern bei der Vorstellung der Kontrollergebnisse sagte, seien im Jahre 2013 landesweit insgesamt 762 Einrichtungen überprüft worden, also etwa 30 Prozent aller Kitas und Schulen mit Verpflegungsangebot. Ziel der Maßnahme sei der Schutz vor gesundheitlichen Gefahren und Risiken für Kinder gewesen. In 60 Prozent der Einrichtungen gab es demnach Mängel. In Küchen, in denen Speisen nicht nur aufgewärmt, sondern auch zubereitet werden, lag die Quote der entdeckten Defizite sogar bei 67 Prozent der kontrollierten Schulen und Kitas.

Bernhard Remde, Abteilungsleiter für Verbraucherschutz im Ministerium, betonte jedoch, dass es sich bei den festgestellten Mängeln nur in Ausnahmefällen um schwere Verstöße gehandelt habe. „Die Inspekteure sind ganz bewusst sehr pingelig, nach dem Motto: Wehret den Anfängen!“, sagte Remde. „Da wird jede schmutzige Schürze, jede Lücke im Hygienekonzept und jede gerissene Fliese als möglicher Hort für unerwünschte Keime moniert.“ So sei die hohe Zahl an Beanstandungen zu erklären.

Auch Ministerin Tack verwies darauf, dass unter dem Strich 88 Prozent der getesteten Küchen die Gesamtnote „sehr gut bis gut“ erhalten hätten. 11,5 Prozent der Küchen erhielten wegen „deutlicher Mängel“ ein „befriedigend bis ausreichend“. Lediglich in fünf Küchen seien die hygienischen Bedingungen als „nicht ausreichend“ eingestuft worden. Zur Einordnung sagte Remde, dass unter „deutlichen Mängeln“ zum Beispiel die falsche Lagerung von Lebensmitteln oder die Entdeckung von regelrechten Dreckecken zu verstehen sei.

Anita Tack kündigte an, das Sonderkontrollprogramm im kommenden Schuljahr fortsetzen zu wollen. Außerdem gelte es, die Bemühungen um bessere Verpflegungsangebote in Kindergärten und Schulen zu forcieren. „Es wäre gut, wenn in den Häusern unter Einsatz regionaler Produkte möglichst viel selbst gekocht wird“, sagte die Ministerin. „Auch eine vernünftige Pausenversorgung wünsche ich mir im Interesse der Kinder.“

Der Weg dorthin ist allerdings nicht einfach, wie am Mittwoch auf Nachfrage von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg zu erfahren war. Messbare Verbesserungen bei der Schulverpflegung gebe es jenseits einiger positiver Beispiele nicht, räumte Projektleiterin Maren Daenzer-Wiedmer ein. „Es ist sehr mühsam. Viele Schulträger sind sehr zurückhaltend, setzen allein auf das finanziell günstigste Verpflegungsangebot.“ Aus finanziellen Gründen gebe es in den Schulen leider auch nur vereinzelt Bestrebungen, wieder vermehrt selbst zu kochen.

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