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„Maskenmann“ : Hundehaar-Analyse löst den Fall nicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gutachter wegen eines einzelnen Hundehaares zum Prozess angereist

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 11:59 Uhr

Im Maskenmann-Prozess ging es um ein einzelnes Hundehaar. Im Verfahren brachte es aber wenig Neues. Entdeckt wurde es auf der Insel im Storkower See (Oder-Spree), auf die der Täter 2012 einen Berliner Manager entführt haben soll. Gestern wurde vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) ein Gutachter zur „Spur 407“ befragt. Er hatte das Haar vom Tatort mit der Speichelprobe eines Hundes aus dem sozialen Umfeld des Angeklagten verglichen. Eine DNA-Übereinstimmung wäre laut Staatsanwaltschaft ein mögliches Indiz dafür gewesen, dass der 47-Jährige am Tatort war.

Angeklagt ist der Mann wegen versuchten Mordes und Totschlags. Er bestreitet, der Täter zu sein. Er soll vor mehr als drei Jahren eine Unternehmer-Ehefrau in Bad Saarow niedergeknüppelt haben. Später soll der Maskierte auf die Tochter der Familie geschossen haben. Die Schüsse verfehlten sie und trafen ihren Wachmann, der seitdem im Rollstuhl sitzt. Ein Jahr später soll der Mann den Manager entführt haben, um Lösegeld zu erpressen. Ein Gutachter hatte später Zweifel an der Darstellung des Managers geäußert, wie seine Entführung und Flucht verlaufen sein sollen.

Das Ergebnis des auf Forensik spezialisierten Biologen war: Die DNA beider Hunde stimmt zwar überein – allerdings haben statistisch rund acht Prozent sämtlicher Hunde die gleichen Merkmale. Das liege daran, dass nicht ausreichend unverwechselbare Kern-DNA zur Untersuchung vorhanden gewesen sei, sagte der aus Innsbruck angereiste Wissenschaftler. Die vorliegende Art von DNA teilen sich zum Beispiel Geschwister, aber auch weit entfernte Verwandte. Weder Rasse noch Geschlecht könnten damit nachgewiesen werden. Der Hund, dem das auf der Insel gefundene Haar gehört, habe eine recht häufige DNA – „quasi der VW Golf unter der Hunde-DNA.“

Im Anschluss an die Befragung wurde Videomaterial vom Oktober 2012 gesichtet. Damals hatten Polizeitaucher den Ablauf der beschriebenen Entführung nach Hinweisen des Opfers nachgestellt. Zudem wurden weitere Zeugen befragt.

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