Haltestelle Woodstock : Hippie-Stimmung an der Oder

Bereits bester Stimmung: Dawid, Adrina, Sensi und Marcela (v.l.) sind schon eine Wochen vorher angereist.
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Bereits bester Stimmung: Dawid, Adrina, Sensi und Marcela (v.l.) sind schon eine Wochen vorher angereist.

Zur „Haltestelle Woodstock“ werden Hunderttausende in Küstrin erwartet / Erste Besucher sind schon da

svz.de von
23. Juli 2015, 18:14 Uhr

In ein paar Tagen ist es wieder soweit: Vom 30. Juli bis 1. August steigt im Grenzort Küstrin das größte kostenfreie Musikfest Europas mit internationalen Bands und Hunderttausenden Besuchern vor allem aus Polen und Deutschland.

Irgendwann aus dem viel zu warmen Zelt kriechen. Sich den Weg durch tausende Leute zur Hauptbühne bahnen. Dabei schrillen Typen begegnen, die „Umarmungen kostenlos“ verteilen. Und schließlich Abkühlung finden im Schlammbad und dort beim Tanz mit all den anderen einfach nur noch happy sein.

Es ist dieser Mix aus Freiheit, Hippie-Stimmung und lauter Live-Musik, von dem alle schwärmen, die ihn schon einmal erlebt haben. „2014 hatten wir 750  000 Besucher, ich bin gespannt, wie viele diesmal kommen“, sagt Krzysztof Dobies. Der Sprecher der „Haltestelle Woodstock“ kann stolz sein, auf die vielen namhaften Bands aus Polen und dem Ausland, die kommende Woche an der Oder spielen werden. Als Beispiele nennt er „Dream Theatre“ und die „Black Lable Society“ aus den USA, die holländische Metal-Band „Within Temptation“, oder die Londoner Elektronik-Band „Modestep“.

Auch exotische Klänge werden zu hören sein, etwa vom „Afro Celt Sound System“, einer britischen Formation, die irische und westafrikanische Musik verbindet, oder von der brasilianischen Metal-Band „Eminence“. Zur Abwechslung gibt es im Krishna-Dorf auch leisere Musik. Begegnungen mit polnischen Künstlern und Sportlern, etwa der Sängerin Kasia Kowalska oder dem Rennfahrer Rafal Sonik, der im Frühjahr die Rallye Paris-Dakar in der Quad-Kategorie gewann, gehören auch zum Programm. Und über gesellschaftliche Themen wollen zahlreiche Organisationen diskutieren, die vor Ort vertreten sind. Etwa über den beängstigend steigenden Konsum von Designerdrogen durch Jugendliche, oder die Frage, warum die Aufnahme von Flüchtlingen in Polen auf so viel Ablehnung stößt.

Fast beiläufig erwähnt Dobies, dass es sich bei der „Haltestelle“ ja auch um das alljährlich größte polnisch-deutsche Jugendtreffen handelt – gerade weil die Teilnahme jedem freigestellt und auch noch kostenlos ist. „Man schlägt einfach sein Zelt auf und ist schon mittendrin.“ Wer einen etwas höheren Standard will, muss im Toi-Camp 30 Euro pro Tag zahlen. Freiwillige Helfer und Sicherheit sind ebenfalls ein wichtiges Thema – neben den professionellen Sicherheitsbehörden sowie Rote-Kreuz-Mitarbeitern aus Polen und Deutschland sind allein 1300 junge Leute in der Friedens-Patrouille oder als medizinische Ersthelfer tätig. „Glasflaschen, Drogen und hochprozentiger Alkohol sind verboten“, sagen die Organisatoren. Ansonsten gibt es auf dem Gelände am östlichen Rand von Küstrin so ziemlich alles, was man braucht.

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