Tag des Kusses : Heiraten im Bergwerk – oder lieber im Museum?

Wer sich trauen lassen will, begibt sich oft auf die Suche nach einem ganz speziellen Ort.
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Wer sich trauen lassen will, begibt sich oft auf die Suche nach einem ganz speziellen Ort.

In Brandenburg gibt es einige besondere Orte, an denen Paare ihre Hochzeit feiern können.

svz.de von
06. Juli 2014, 07:29 Uhr

Das Küssen inspiriert Dichter, füllt Kinoleinwände, bietet reichlich Gesprächsstoff – der erste Kuss bleibt in Erinnerung. Mit dem Internationalen Tag des Kusses am Sonntag wird die zärtlichen Geste gefeiert. Nicht selten folgt dem Kuss das Ja-Wort. Ob rauschendes Fest oder romantische Trauung – Brandenburg bietet eine Reihe besonderer Orte für das Ja-Wort.

In der Landeshauptstadt Potsdam, wo nach Angaben eines Sprechers jährlich etwa 900 Ehen geschlossen werden, sollen weitere Trauorte hinzu kommen. Künftig soll das Ja-Wort auch im Schloss Lindstedt und der Gerichtslaube im Park Babelsberg möglich sein.

Gespräche dazu liefen mit der Stadt, berichtet Dirk Ueberhorst, zuständiger Referatsleiter der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Als ungeeignet habe sich dagegen Schloss Belvedere auf dem Klausberg herausgestellt.

Wer es prachtvoll liebt, findet im Raum Potsdam und Berlin eine Reihe extravaganter Orte. Die Standesämter von Oranienburg (Havelland) oder der Gemeinde Schwielowsee haben ihre Trauzimmer jeweils in einem Schloss.

Hinzu kommt das Angebot der Schlösserstiftung: Derzeit sind Trauungen im Schloss Glienicke (Berlin), Schloss Paretz (Ketzin), Schloss Schönhausen (Berlin-Pankow) und Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg (Potsdam) möglich, so Ueberhorst.

Das Angebot für die Hochzeitsfeier ist weitaus größer, schildert der Referatsleiter. Wer das nötige Kleingeld hat, kann auch in der Orangerie im Park Sanssouci feiern – allerdings unter strengsten Auflagen. „Es handelt sich um ein Denkmal“, betont Ueberhorst. „Blumenstreuen im Schloss ist für uns eine Horrorvorstellung.“ Häppchen mit Petersilie sind auch verboten. „Die fällt runter und wird in den rauen Marmor getreten“, erklärt Ueberhorst.

Das Interesse ist trotz der vielen Verbote ziemlich groß: Etwa 25 bis 30 Trauungen und 50 bis 60 Feiern gibt es pro Jahr in dem Schloss, berichtet er. „Die Anfragen kommen nahezu täglich telefonisch oder per Mail.“

In der Fontanestadt Neuruppin ist die sanierte Siechenhauskapelle ein beliebter Trauungsort, berichtet Standesbeamtin Marietta Glässner. Aber auch Gut Gnewikow am Ruppiner See und das Salonschiff „Kronprinz Friedrich“ seien befragt. Rund 150 Ehen werden jährlich geschlossen.

Meist müssen Standesbeamtin Glässner und ihre Kolleginnen Braut und Bräutigam erst auffordern, sich nach der Zeremonie zu küssen. „Danach müssen wir oft lange warten, bis das Paar fertig ist“, sagt sie.


In der Prignitz gibt es unter anderem eine Burg


Traditionsreich ist die Hochzeit im Spreewald: Mit Brot und Salz als Glücksbringer wird das Paar im Freilandmuseum Lehde empfangen. Eine Frau in sorbischer Tracht geleitet sie in eine historische Stube eines alten Bauernhauses, wo die Trauung stattfindet. Als frisch gebackenes Brautpaar gibt es obendrein noch eine romantische Kahnfahrt durch die Fließe.

In der Prignitz bietet Burg Stavenow eine Kulisse für den kleinen, exklusiven Rahmen. „Wir haben nur vier bis sechs Wochenenden im Jahr für Hochzeiten frei“, berichtet Inhaberin Okka de Wall. Wer im Kaminzimmer mit Kreuzgewölbedecke bei Kerzenlicht getraut werden möchte, muss sich etwa ein Jahr vorher melden. Aber auch die Chemie muss stimmen. „Wenn es passt, richten wir liebevoll und ganz individuell das Fest aus.“ Beispielsweise an diesem Wochenende: Da feiert ein Paar, das schon viele Jahre glücklich ist, seine Silberhochzeit im Burggarten.

Paaren, die es rustikal mögen, bietet das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld (Elbe-Elster) eine Alternative: Im Braunkohle-Ambiente können sie rauschende Feste feiern. Vier solcher Open-Air-Feste vor der riesigen ehemaligen Förderbrücke gab es bereits, wie das Besucherbergwerk angibt. Im Sommer sei zudem eine Polterhochzeit geplant. Auf der begehbaren Förderbrücke habe es allerdings noch keine Trauung gegeben. „Unsere Standesbeamten haben offenbar Höhenangst“, sagt ein Mitarbeiter schmunzelnd.

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