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21. November 2017 | 02:04 Uhr

Gemeinsam gegen den Krebs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Berlin und Brandenburg erweitern Krankenregister um Daten über Behandlung und Nachsorge

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 14:39 Uhr

Berlin und Brandenburg wollen ab 2016 ein gemeinsames klinisches Krebsregister starten. Ziel ist die effektivere Bekämpfung der tückischen und noch immer oftmals tödlichen Krankheit. Brandenburg hat damit jahrelange Erfahrungen.

In dem Register sollen Informationen zu Krebsdiagnosen, Behandlungen und Nachsorge aus beiden Bundesländern gesammelt und ausgewertet werden. Dabei geht es neben der Qualität der Therapien auch um die Überlebenszeiten der Patienten, ihre tumorfreie Zeit, Rückfälle und Lebensqualität, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Alle Bundesländer sind durch ein 2013 beschlossenes Bundesgesetz zum Aufbau eines solchen Registers verpflichtet, Zusammenschlüsse sind möglich.

„Mit dem klinischen Krebsregister schaffen wir ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Qualität von Krebsbehandlungen. Krebs ist immer noch die zweithäufigste Todesursache in Deutschland“, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja gestern. Aufgrund der höheren Lebenserwartung steige die Zahl der Neuerkrankungen.

In Brandenburg wurden im Jahr 2012 insgesamt 46 000 Krebspatienten stationär behandelt. Rund 7600 Menschen starben nach Angaben des Landesamts für Statistik an bösartigen Tumoren. „Ohne belastbare Daten zur epidemiologischen Lage, zu Art und Umfang der Behandlung und Nachsorge, zu Lebenserwartung und Lebensqualität von Krebskranken können die Ressourcen nicht zielführend eingesetzt werden“, erklärte Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke). Eine länderübergreifende Lösung ist sinnvoll – und zwar für alle Beteiligten.

Die Brandenburger Landesärztekammer hatte bereits im September grünes Licht gegeben. Bei dieser Institution soll das Krebsregister für beide Bundesländer eingerichtet werden. Neben dem Hauptsitz soll es dezentrale Erfassungsstellen geben – unter anderem in Berlin, Frankfurt (Oder), Schwedt und Neuruppin.


Krebsregistrierung bereits seit 1995


Berlin, Brandenburg und andere ostdeutsche Bundesländer führen bislang bereits das Gemeinsame Krebsregister, das seit den 1950er-Jahren in der DDR geführt wurde. Es zeigt vor allem, welche Krebsart wo vorkommt und wie oft. Klinische Register sollen im Unterschied dazu künftig erlauben, auch Erkenntnisse aus Therapieverläufen und -erfolgen zu gewinnen.

In Brandenburg wurde schon seit 1995 eine flächendeckende klinische Krebsregistrierung mit einheitlichen Dokumentationsverfahren aufgebaut.

Eine Zusammenführung der früheren fünf Regionalregister zu einem landesweiten klinischen Krebsregister wurde 2012 erfolgreich abgeschlossen. Damit hat Brandenburg laut Gesundheitsministerium bundesweit die längsten Erfahrungen in der klinischen Krebsregistrierung.

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