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Udo-Lindenberg-Wettbewerb : Gegen die Barrieren in den Köpfen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In dem Video der Neuruppiner Schule bauen hauptsächlich in Weiß gekleidete Gestalten gemeinsam eine aus Quadern bestehende Mauer ab – und entdecken dahinter ganz normale Menschen.

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erstellt am 15.Jan.2015 | 14:27 Uhr

Neuruppin Die Evangelische Schule Neuruppin hat am Dienstagabend mit ihrem Video „The Wall“ den ersten Preis in dem von Sänger Udo Lindenberg initiierten Wettbewerb „Mauern einreißen“ gewonnen. Damit setzten sich die 50 Mädchen und Jungen gegen rund 400 Konkurrenten aus 100 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet durch.

In dem Video der Neuruppiner Schule bauen hauptsächlich in Weiß gekleidete Gestalten gemeinsam eine aus Quadern bestehende Mauer ab – und entdecken dahinter ganz normale Menschen. Dazwischen werden immer wieder Bilder von der Maueröffnung am Abend des 9. November 1989 geschnitten. „Jetzt liegt es an unserer Generation, die letzten Mauern in den Köpfen der Menschen verschwinden zu lassen“, endet das Video mit weißem Text auf schwarzem Untergrund.

Die Preisträger wurden nach der Aufführung des Musicals „Hinterm Horizont“ im Stage-Theater am Potsdamer Platz in Berlin auf die Bühne gerufen. Die Evi-Schüler wussten dabei lediglich, dass sie unter den besten Drei gelandet sind. Spätestens nach der Ehrung der Sekundarschule Berlin-Wilmersdorf als Zweitplatzierten war klar, dass die Evangelische Schule den mit 2500 Euro dotierten ersten Platz belegen würde. Dennoch hörten sich die Sechst- bis Zwölftklässler mit freudig-ungläubigen Gesichtern die Laudatio der Musical-Hauptdarstellerin Josephin Busch so ruhig wie möglich an. Aber immer dann, wenn in der Beschreibung des Projekts die Details so deutlich auf den noch nicht ausgesprochenen Sieger hindeuteten, wurde es im großen Theatersaal richtig laut.

So erzählte Busch über die Sieger: Sie haben eine emotionale und kunstvolle Arbeit kreiert, die „erinnert und gedenkt, ein bisschen ermahnt und sich bedankt bei allen, die den Weg freigeräumt haben“. Schülerin Helene Hannemann sagte später: „Wir fanden das Projekt sehr gut. Aber wir konnten uns nicht vorstellen, wie Erwachsene das finden, wie es bei ihnen ankommt.“ Die Zehntklässlerin hatte in dem Video gesungen. „Mit dem ersten Platz rechnet man nie“, sagte sie, und schob wenig später mit gesundem Selbstbewusstsein hinterher: „Da kann man wieder sehen, dass unsere Schule super ist.“ Der Jury gehörten neben Josephin Busch und Serkan Kaya, den beiden Hauptdarstellern des zuvor aufgeführten Musicals „Hinterm Horizont“ auch Roland Jahn, der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, und Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, an.

 

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