Schäfer schlagen Alarm : Gefahr für Natur und Deiche

Schäfter sehen Gefahren für Naturschutz und Deichpflege .
Schäfter sehen Gefahren für Naturschutz und Deichpflege .

Die Situation der brandenburgischen Schäfer ist katastrophal. Zu dieser Einschätzung kam Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg im Landwirtschaftsausschuss des Landtages.

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21. Februar 2014, 22:21 Uhr

Die Situation der brandenburgischen Schäfer ist katastrophal. Zu dieser Einschätzung kam Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg im Landwirtschaftsausschuss des Landtages. Seit dem Jahr 2000 ist der Schaf- und Ziegenbestand um 50 Prozent gesunken. Zurzeit gibt es noch 77 000 Schafe und Ziegen in Brandenburg, gehalten in 79 Haupterwerbs- und 178 Nebenerwerbsbetrieben.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Schäfers hierzulande gab Kucznik mit 16 000 Euro an. Probleme bereiten den Schäfern vor allem die Kürzungen im Vertragsnaturschutz von 1,8 Millionen auf 1,1 Millionen Euro.

„Wir können nur zu 40 Prozent vom Fleischverkauf leben“, sagte er. Der Wettbewerb mit internationalen Lämmerproduzenten sei nicht zu gewinnen. Stattdessen haben sich die brandenburgischen Schäfer auf die Landschaftspflege vor allem in Schutzgebieten spezialisiert. Brandenburg laufe Gefahr, durch die EU mit Strafen belegt zu werden, da die Schutzziele in FFH-Gebieten nicht mehr erreicht werden, prophezeite Kucznik. Unverständlich sei auch, warum nur ein Drittel der Deiche beweidet würden, obwohl von Landesseite eine Komplettpflege gefordert wird.

Mit den Entschädigungsregelungen für von Wölfen gerissene Schafe zeigte sich der Hirte zufrieden. Allerdings sei der Betrieb in vielen Teilen des Landes nicht mehr ohne spezielle Schutzhunde möglich. So ein Tier benötige Futter im Wert von tausend Euro pro Jahr.

Wenn die Leistungen für den Vertragsnaturschutz nicht deutlich angehoben werden, wird laut Kucznik die Zahl der Schäfer weiter sinken. Das Agrarministerium sieht sich zurzeit nicht in der Lage, Aussagen über künftige Fördersätze zu machen.

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