Digitalfunk: : Funklöcher verzögern den Start

Polizei und Feuerwehr sind trotz Lücken zufrieden mit der aktuellen Entwicklung.
Polizei und Feuerwehr sind trotz Lücken zufrieden mit der aktuellen Entwicklung.

Ursprünglich sollte es zur Fußball-WM 2006 in Deutschland so weit sein. Doch die Einführung des Digitalfunks für Polizei und Rettungskräfte verzögerte sich immer wieder.

svz.de von
21. Juli 2014, 07:57 Uhr

Ursprünglich sollte es zur Fußball-WM 2006 in Deutschland so weit sein. Doch die Einführung des Digitalfunks für Polizei und Rettungskräfte verzögerte sich immer wieder. Nun ist Brandenburg aber offenbar in die Zielgerade eingebogen. Wie Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) im Landtag erklärte, werden in der Mark bis zum Jahresende die kommunalen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) „vollständig digitalisiert“.

Konkret heißt das: 4000 Fahrzeuge sowie 40 000 Nutzer vor allem bei Feuerwehr und Rettungsdiensten werden mit der Funktechnik ausgestattet. In einigen Regionen ist das schon abgeschlossen. Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbands, bestätigt: „Wir liegen im Plan. Es gibt keine gravierenden Mängel. Derzeit wird der Bereich der Leitstelle Lausitz mit der Digitaltechnik ausgerüstet.“

Bereits abgeschlossen ist die Ausstattung der Polizei mit 7000 Handfunkgeräten sowie der notwendigen Technik für 1500 Fahrzeuge. Auch die Dienststellen sind bereits im digitalen Zeitalter angekommen. Ralf Holzschuher: „Aktuell befindet sich die Polizei im operativ-taktischen Nutzbetrieb.“

Wie ein Sprecher des Ministeriums erklärt, handele es sich dabei um eine Art erweiterte Testphase, aber noch nicht den „Wirkbetrieb“, also den uneingeschränkten Einsatz.

Hintergrund dafür sind „kleinere Funklöcher in ländlichen Regionen“, wie auch Andreas Schuster, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, bestätigt. Insgesamt 140 Funkstationen im Land wurden bis Ende 2012 errichtet.

„Da muss jetzt noch einmal gemessen, vielleicht die Antenne gedreht, die Feldstärke erhöht oder ein zusätzlicher Mast aufgestellt werden“, erklärt Schuster. Dies dauere seine Zeit. Er sei dennoch sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit. „Die Ausrüstung mit der Technik und die Schulung der Kollegen ist gut gelaufen.“

Der Sprecher des Innenministeriums betont, dass die Polizei zunächst weiter mit beiden Systemen arbeite – analog und digital. Erst wenn alles reibungslos laufe, werde man auf die Analogtechnik verzichten.

Scharfe Kritik hatte es hingegen vor einigen Wochen aus Berlin gegeben. Trotz jahrelanger Tests funktioniere der neue Digitalfunk immer noch nicht wie gewünscht, hieß es vonseiten der Gewerkschaft der Polizei. Im Funkverkehr zwischen Zentrale und Streifenwagen hätten sich bei Probeläufen „gravierende Störungen“ ergeben, kritisierte der Gewerkschafter Arne Wabnitz. „Notrufmeldungen kamen nur verstümmelt an, oder Unterstützungsanforderungen gingen ins Leere.“

Die Polizei räumte die Probleme ebenfalls ein. „Unser Ziel ist, den Digitalfunk flächendeckend stabil einzuführen. Bis dahin bedarf es noch einiger Tests“, sagte Sprecher Michael Maaß. Der Digitalfunk werde ja schon lange in Teilen der Stadt genutzt, nur eben nicht flächendeckend. Einen konkreten Termin für die endgültige Umstellung auf die neue, abhörsichere Technik gebe es jedoch noch nicht. „Für uns ist das auch Neuland“, erläutert Michael Maaß.

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