Mammutprozess: : Freispruch für Mario K. gefordert

Wer hat in den Jahren 2011 und 2012 in Oder-Spree zwei Millionärsfamilien überfallen und dabei einen Wachmann angeschossen sowie einen Investmentbanker entführt? Der im Maskenmann-Prozess angeklagte Mario K. (l.) auf jeden Fall nicht, sagt sein Verteidiger Axel Weimnann.
Wer hat in den Jahren 2011 und 2012 in Oder-Spree zwei Millionärsfamilien überfallen und dabei einen Wachmann angeschossen sowie einen Investmentbanker entführt? Der im Maskenmann-Prozess angeklagte Mario K. (l.) auf jeden Fall nicht, sagt sein Verteidiger Axel Weimnann.

Nach deren Abschluss begann gestern die Verteidigung mit ihren Plädoyers. Sie fordert für den Angeklagten einen Freispruch.

von
04. Juni 2015, 22:00 Uhr

Im Maskenmann-Prozess hat das Gericht anders als angekündigt doch noch kleinere neue Ermittlungen angestellt. Nach deren Abschluss begann gestern die Verteidigung mit ihren Plädoyers. Sie fordert für den Angeklagten einen Freispruch.

Eigentlich hatte der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs vor Pfingsten sämtliche neuen Beweisanträge der Verteidigung abgelehnt. Es ging dabei in dem Prozess vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) in erster Linie um die Frage, ob möglicherweise ein Ex-Polizist 2011 und 2012 jene spektakulären Überfälle auf Millionärsfamilien im Kreis Oder-Spree begangen haben könnte. Fuchs erklärte, es gebe keinen Grund, jenen Mann, gegen den einst kurzzeitig ermittelt wurde, als Täter in Betracht zu ziehen. Er habe ein wasserdichtes Alibi. Deshalb werde auch nicht in diese Richtung nach Beweisen gesucht. Darauf hatte in jener Verhandlung kurz vor Pfingsten die Verteidigung mit einer „Gegenvorstellung“ widersprochen.

Während Prozessbeobachter davon ausgingen, dass sich das Gericht davon nicht beirren lasse, nahm Fuchs den Widerspruch der Verteidigung schließlich doch zum Anlass, an Tatorten gesicherte DNA-Spuren mit denen des Ex-Polizisten sowie seiner von ihm getrennt lebenden Frau abzugleichen. Dies erfolgte in den vergangenen Tagen.

Warum er diesen ungewöhnlichen Schritt unternahm, erklärte der Vorsitzende nicht. Nebenklagevertreter Panos Pananis vermutete, es sei Fuchs darum gegangen, „jeden Zweifel auszuräumen und das Verfahren zu befrieden“. Das Ergebnis des DNA-Abgleichs entlastet in jedem Fall den Ex-Polizisten. Die untersuchten Spuren (an einer Decke und einer Geschosshülse) stammten weder von ihm noch von seiner Ex-Frau, sagte eine Sachverständige.

Als das geklärt war und das Gericht weitere neue Beweisanträge der Verteidigung als unzulässig und verzichtbar abgelehnt hatte, wurde die Beweisaufnahme erneut geschlossen. Daraufhin begann Verteidiger Axel Weimann mit seinem Schlussplädoyer. Am 12. Juni wird mit einer Urteilsverkündung in dem seit Mai 2014 laufenden Mammut-Prozess gerechnet ist.

Weimann begann mit Statement seines Mandanten zum Prozessauftakt: „Er ist der Falsche“, erklärte der Anwalt. Der 47 Jahre alte Mario K. habe die Taten nicht begangen. „Es gibt keinen einzigen direkten Beweis, keine DNA-Spur, keinen Fingerabdruck und keine Zeugenaussage, die zu ihm als Täter führen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen