zur Navigation springen

Mit einer Hantel : Frau ins Koma geprügelt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein Streit um Kindererziehung eskaliert. Jetzt sitzt der Ehemann auf der Anklagebank.

Im Streit um die Kindererziehung soll ein 34-Jähriger seine Ehefrau mit einer Hantel ins Koma geschlagen haben. Wegen versuchten Mordes muss sich der Mann seit gestern vor dem Landgericht Potsdam verantworten.

Mehrfach soll der Familienvater handgreiflich geworden sein, am 29. Juli 2013 eskalierte dann der Streit: Der Beschuldigte schlug seiner Frau laut Anklage mehrfach mit einer 16,5 Kilogramm schweren Hantel auf den Kopf, um sie zu töten. Das Opfer befindet sich seitdem im Wachkoma. Hintergrund des Streits soll sein, dass die 38-jährige Chinesin für die gemeinsamen Kinder eine Schulausbildung in ihrer Heimat vorzog.

Schon vor dem Drama misshandelte der Mann laut Anklage seine Frau. So soll er ihr Mitte April 2013 heiße Brühe über den Körper geschüttet haben. Der Graben wurde immer tiefer zwischen den Eheleuten – zumal die Frau laut Staatsanwaltschaft mit den Kindern nach China reiste. Wieder zurück in Potsdam, stand ein gemeinsamer Schulbesuch des Paares an. Im Anschluss gestattete die Frau ihrem inzwischen ausgezogenem Mann, persönliche Sachen aus der Wohnung zu holen – eine folgenschwere Entscheidung.

Laut Anklage nahm er die Hantel und schlug auf sie ein – zunächst zweimal. Weil das Opfer noch atmete, folgten laut Anklage weitere Schläge, bis Polizisten eintrafen. Makaber: Weil er nach den ersten Schlägen davon ausging, dass seine Frau tot ist, hatte der Beschuldigte selbst die Polizei informiert. Auf Nachfragen der Behörde bemerkte der Mann nach Gerichtsangaben, dass sie noch lebte – und schlug erneut auf sie ein.

Die Chinesin erlitt daraufhin ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, schilderte ihre Rechtsanwältin Marlen Block. Die Juristin vertritt das Opfer als Nebenklägerin im Prozess. Rund zehn Jahre sei das Paar zum Tatzeitpunkt verheiratet gewesen. Die drei gemeinsamen Kinder seien getrennt voneinander untergebracht.

Der Familienvater sitzt in Untersuchungshaft, ihm droht lebenslange Haft. Der jungenhaft wirkende Mann hat angekündigt, vor Gericht auszusagen. Dies soll beim Fortsetzungstermin am 5. Mai geschehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen