Zukunftstag : Fleischer oder Journalist?

Statt Schulbank heißt es morgen Labor, Werkbank oder Redaktion. Schüler nutzen den Zukunftstag für eine Berufsorientierung.
Statt Schulbank heißt es morgen Labor, Werkbank oder Redaktion. Schüler nutzen den Zukunftstag für eine Berufsorientierung.

Morgiger Zukunftstag gibt Schülern eine Orientierung

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22. April 2015, 08:00 Uhr

Mehr als 4000 Schüler wechseln morgen die Schulbank mit einem Arbeitsplatz im Betrieb. Zum 13. Brandenburger Zukunftstag öffnen an die 460 Firmen ihre Türen für die Mädchen und Jungen, darunter unsere Redaktion in Wittenberge.

Sie sollen in die Arbeitswelt hineinschnuppern und vielleicht eine Idee für ihren künftigen Beruf erhalten. So werden zwei Schüler unsere Redakteure begleiten und live dabei sein, wenn die Zeitung für den nächsten Tag entsteht. Beginnend mit der Frühkonferenz, über die Gestaltung der Seiten bis hin zur endgültigen Entscheidung, welches Thema auf welche Seite und in welcher Größe platziert wird. Und selbstverständlich dürfen beide Schüler aktiv an der Ausgabe mitarbeiten.

Mehr als 30 Prignitzer Betriebe beteiligen sich an dieser Aktion, darunter sind zum Beispiel das Kreiskrankenhaus, das Zahnradwerk pritzwalk oder Augenoiptik Tautenhahn in Wittenberge. Noch offene Plätze gibt es beispielsweise bei der Volks- und Raifeisenbank Prignitz sowie bei Vion in Perleberg. Interessierte können sich heute noch online anmelden.

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) rief die Schüler auf, von dem Angebot Gebrauch zu machen. „Macht mit und schaut euch um, welche Berufe für euch interessant sind“, sagte er. „Dieser Tag kann die Augen für ungeahnte Berufswege öffnen.“ Im vergangenen Jahr hatten rund 5100 Schüler teilgenommen. Sie besuchten mehr als 430 Betriebe und Einrichtungen, vom metallverarbeitenden Unternehmen bis zum Kindergarten.

Bis zum Jahr 2030 brauche das Land mehr als 400 000 neue Fachleute, hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Anfang April erklärt. Die Industrie- und Handwerkskammer (IHK) Ostbrandenburg hat nach eigenen Angaben bis zum 20. April 538 offene Lehrstellen registriert.

Die meisten gebe es in Verkehrs- und Transportberufen, im Hotel- und Gaststättengewerbe und in der Metallverarbeitung, hieß es. Die IHK Potsdam meldete rund 1500 offene Lehrstellen. Die Online-Ausbildungsplatzbörse der IHK Cottbus offeriert 920 Lehrstellen für das Ausbildungsjahr 2015/16.

Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) sagte, einige Jugendliche hätten bei dem jährlichen Aktionstag bereits ihren späteren Arbeitgeber kennengelernt und so einen Ausbildungsplatz gefunden. Die meisten Praktikumsplätze stehen in der Landeshauptstadt bereit; das größte Schülerinteresse registrierten die Organisatoren im Landkreis Teltow-Fläming. Landesweit können Praktika beispielsweise in Betrieben, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Forschungsstätten und Kitas absolviert werden.

In Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) beispielsweise wartet die Straßenmeisterei auf Nachwuchs. Mitarbeiter haben verschiedene Stationen aufgebaut, um die Bandbreite ihres Berufs zu zeigen - vom Winterdienst über Streckenkontrolle bis zur Pflege von Grünanlagen, wie das Infrastrukturministerium berichtete.

Da gehe es um das Bedienen von Arbeitsbühnen, Fräsen oder Mähern, aber auch die Pflege des Fuhrparks. Staatssekretärin Katrin Lange betonte: „Auch die öffentliche Verwaltung braucht in den nächsten Jahren immer mehr Nachwuchskräfte.“

Der Brandenburger Zukunftstag findet parallel zu den bundesweiten Veranstaltungen zum „Girls' and Boys' Day“ statt. Er soll auch dazu dienen, dass Jungen sich über soziale Berufe informieren können und Mädchen Einblicke in verschiedene technische Ausbildungsrichtungen erhalten.

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