Freizeit : Ferienangebote für wenig Geld

Damit auch Familien mit geringem Einkommen schöne Ferien in Brandenburg verbringen können, sorgt das Land in Zusammenarbeit mit Unternehmen für viele günstige Freizeitangebote – auch in Wittenberge und Umgebung.
Damit auch Familien mit geringem Einkommen schöne Ferien in Brandenburg verbringen können, sorgt das Land in Zusammenarbeit mit Unternehmen für viele günstige Freizeitangebote – auch in Wittenberge und Umgebung.

In der Prignitz werden immer mehr Sozialpässe ausgegeben. Wer sie nutzt, muss nicht viel ausgeben, um viel zu erleben.

svz.de von
14. Juli 2014, 07:28 Uhr

Damit auch Familien mit geringerem Einkommen schöne Ferien in Brandenburg verbringen können, kümmert sich das Land zusammen mit Unternehmen um günstige Freizeitangebote. „Über 19 Prozent der Kinder unter 15 Jahren bezogen 2012 in Brandenburg Sozialgeld“, so der Sprecher des Potsdamer Sozialministeriums, Florian Engels. Jeder Vierte der unter 18-Jährigen im Land sei armutsgefährdet. Ein kostengünstiges Angebot für Familien mit kleinerem Geldbeutel ist der Familienpass. Damit wolle das Land den Zusammenhalt innerhalb der Familien sowie den brandenburgischen Tourismus stärken, sagt Engels.

Der aktuelle Pass enthält mehr als 600 Angebote und sei wie ein kleines Reisebüchlein gestaltet, sagt die Sprecherin der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB), Birgit Kunkel. Er kostet 2,50 Euro. „In den vergangenen beiden Jahren wurden 28 800 Exemplare verkauft.“ Zu Beginn der Aktion 2006, 2007 seien es nur gut 5100 gewesen. Die Beteiligung am Familienpass ist Kunkel zufolge für die Anbieter kostenfrei, Bedingung sei aber die Gewährung festgelegter Rabatte.

Einer der Kooperationspartner des Familienpasses ist der „MitMachPark“ Irrlandia in Storkow/Mark (Oder-Spree). „Bei uns gehen die Familienpässe weg wie warme Semmeln“, erzählt Matthias Beier vom Verein Lolly Pop, der den Park betreibt. Unter den Käufern befänden sich aber nicht nur sozial schwache Familien, auch andere Touristen nutzten das Angebot. Außer Attraktionen wie dem Rutschenparadies lockt der Park seine Gäste auch damit, dass sie eigene Picknickkörbe mitbringen können. „So können besonders Familien mit geringem Budget sparen“, sagt Beier. Er kritisiert jedoch, dass der Pass an Übersichtlichkeit verloren habe, da er zu viele Angebote enthalte.

Weitere Vergünstigungen können sozial schwächere Familien mit einem Sozialpass in Anspruch nehmen. Im Landkreis Prignitz steigt die Zahl der ausgegebenen Sozialpässe jedes Jahr. Spitzenreiter ist nach Information einer Kreissprecherin die Stadt Wittenberge, wo 2013 rund 1400 Sozialpässe in Anspruch genommen wurden. Insgesamt lebten in der Stadt über 1800 Bedarfsgemeinschaften. „Mit dem Pass besuchen die Leute jedoch weniger Museen oder Bibliotheken“, bedauert die Sprecherin. Die meisten Nutzer seien damit ins Schwimmbad gegangen.

Nach Vorlage des Passes koste der Eintritt beispielsweise im Wittenberger Strandbad „Friedensteich“ oder in der „Prignitzer Badewelt“ nur die Hälfte.

In der Landeshauptstadt Potsdam leben zurzeit 4000 Kinder und Jugendliche, die nicht erwerbsfähig sind, von Sozialleistungen in sogenannten Bedarfsgemeinschaften, berichtet Stadtsprecher Jan Bruntzlow. Davon seien 1163 im Kita-Alter und 1762 zwischen sieben und 15 Jahre alt. „Separate Angebote nur für Kinder aus finanzschwachen Familien werden aus sozialpädagogischer Hinsicht nicht befürwortet“, sagt Bruntzlow. Deshalb biete das Jugendamt diese auch nicht an. Die Kinder dieser Familien sollten die Chance haben, an allen ganz „normalen“ Freizeit-, Kultur-, Sport- und Ferienangeboten teilzunehmen.

Unterstützung gebe es dann durch finanzielle Zuschüsse. „So bezuschusst das Jugendamt auf Antrag auch Ferienfahrten, übernimmt aber nie 100 Prozent“, sagt Brunzlow. Ein kleinerer Anteil sei immer selbst als Eigenleistung zu erbringen.

Rechtzeitig vor den Sommerferien ist der Potsdamer Ferienpass für Schüler kostenlos an den Grundschulen verteilt worden, teilt der Stadtsprecher mit. Derzeit befänden sich 9200 Pässe im Umlauf mit über 340 Angeboten, die teils gar nichts kosten.

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