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Vier Menschen verletzt : Explosionen in Firma für Munitionsentschärfung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Unglück ereignet sich bei der Untersuchung von Sprengkörpern.

svz.de von
erstellt am 23.Jul.2015 | 22:00 Uhr

Bei zwei Explosionen auf dem Gelände der Nammo Buck GmbH im Industrie- und Gewerbepark Pinnow in der Uckermark sind gestern Vormittag zwei Mitarbeiter und zwei Feuerwehrleute verletzt worden.

Die erste Detonation ereignete sich kurz vor zehn Uhr. Wie der Geschäftsführer des Unternehmens, Christoph Rüssel, berichtete, geschah das Unglück auf dem Versuchsplatz des Unternehmens. Hier fand eine Testreihe zur Munitionsvernichtung statt. „Dabei wird die Spezifikation von Munition untersucht, die von Kunden zur Vernichtung angeliefert wird“ so Rüssel. „Bevor Munition zerlegt wird, untersuchen wir das Brandverhalten.“

Bei der Explosion wurden zwei 33-jährige Mitarbeiter verletzt. Einer so schwer, dass er mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Berlin geflogen werden musste. Zwei Feuerwehrleute des Amtes Oder-Welse, die zu dieser Zeit im benachbarten Gerätehaus bei einer planmäßigen Geräteprüfung waren, eilten sofort zur Hilfe. Als sie ankamen, knallte es zum zweiten Mal. Dabei wurden auch sie verletzt. Die beiden Verletzten wurden zur Behandlung ins Schwedter Klinikum gebracht. Einer der beiden Kameraden sei bereits wieder entlassen, informierte der Amtsdirektor des amtes Oder-Welse.

„Unser Mitgefühl und unsere Sorge gilt jetzt den verletzten Kollegen und Feuerwehrleuten. Wir werden alles tun, um ihnen und ihren Familien zu helfen“, sagte der Geschäftsführer von Nammo Buck. Man werde dafür sorgen, dass die Ursachen schnell und umfassend aufgeklärt werden und die Öffentlichkeit umfassend informieren. „Sicherheit steht bei uns an erster Stelle“, versicherte Christoph Rüssel.

Erst im Juni habe es eine Prüfung des Sicherheitssystems gegeben. Zum Umfang der Zerstörungen auf dem Versuchsfeld konnte der Firmenchef noch nichts sagen. Das Feld war auf Grund der Explosionsgefahr weiträumig abgesperrt. Andere Menschen in der Umgebung seien aber nicht gefährdet gewesen. Die Nammo Buck GmbH, die zur norwegischen Nammo-Gruppe gehört, ist seit 16 Jahren in Pinnow präsent und beschäftigt derzeit 94 Mitarbeiter. Den letzten schweren Zwischenfall, bei dem ein Mann tödlich verunglückte, gab es 2004. Bei der Vorgängerfirma, der Buck-Munitionsentsorgung, starben bei Unfällen 1993 und 1996 zwei Mitarbeiter.

„Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Wir können nur das Risiko minimieren“, erklärte Christoph Rüssel. . Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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