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Streitschlichter: : Endlich Nachwuchs in Sicht

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Sie sind wichtig – und machen auch nach der Rente oft noch weiter: Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov (Linke) hat die Arbeit der 480 Schiedsmänner und -frauen im Land gewürdigt. Das Engagement der Ehrenamtlichen trage auch zur Entlastung der Justiz bei, betonte der Minister.

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erstellt am 05.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Sie sind wichtig – und machen auch nach der Rente oft noch weiter: Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov (Linke) hat die Arbeit der 480 Schiedsmänner und -frauen im Land gewürdigt. Das Engagement der Ehrenamtlichen trage auch zur Entlastung der Justiz bei, betonte der Minister.

Derzeit gibt es landesweit rund 260 Schiedsstellen. „Wir könnten flächendeckend noch mehr Schiedsstellen haben“, sagte der Vorsitzende der Landesvereinigung, Andreas Roß. Einige Städte würden gerne weitere Stellen einrichten, doch es mangele an Ehrenamtlichen. „Ich habe Kollegen, die sind über 70 und müssen noch weitermachen, weil der Nachfolger fehlt“, so Roß.

Besonders lange dabei ist Heinz Krüger. Der 83-Jährige kümmert sich um Konflikte im Bereich Bad Wilsnack/Weisen. Gestern hat er sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Erst kürzlich hat er einen jungen Betriebswirt aus der Region gefunden, der demnächst in seine Fußstapfen treten will.

Geschlichtet hat Krüger schon in der DDR. „Einer muss es ja machen“, erklärt er seine Motivation. „Und es ist eine Genugtuung, wenn man nach einer Schlichtung von beiden Streitparteien auf einen Kaffee oder ein Bier eingeladen wird.“


Das Schlimmste sind die Hecken


2013 wurden die Ehrenamtlichen in Brandenburg laut Ministerium in mehr als 840 zivilrechtlichen Streitigkeiten um Vermittlung gebeten. Bei Nachbarschaftskonflikten nehmen Gerichte in der Regel Klagen erst an, wenn ein Schiedsverfahren erfolglos geblieben ist. „Das Schlimmste sind die verfluchten Hecken!“, sagt Krüger. Als guter Zuhörer habe man aber oft schon halb gewonnen. Er selbst betreue etwa sechs Verfahren pro Jahr. Anderswo seien es eher weniger. „Die Prignitzer sind ein verträgliches Volk.“ In Putliz gebe es kaum und in Rühstädt überhaupt keinen Streit.

An einen Fall erinnert sich Krüger besonders gut: „Da saßen ein Ehepaar und eine alleinstehende Frau, die sich über eine Grundstücksgrenze uneinig waren, mit mir am Tisch. Irgendwann schimpfte die Frau in Richtung des verheirateten Mannes: ,Das wäre alles nie soweit gekommen, hätte ich dein Angebot angenommen, mit dir ins Bett zu gehen!‘“ Die Ehefrau sei daraufhin wortlos aufgestanden und gegangen – und der Streit beendet gewesen. Jedenfalls der zwischen den Nachbarn.

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