Gebäude wird überprüft: : Eltern besorgt wegen Krebsfällen an Schule

Unter Verdacht: Ob die Grundschule Nordstadt in Forst mit Kohlenwasserstoff verseucht ist, prüfen nun Gutachter.
Unter Verdacht: Ob die Grundschule Nordstadt in Forst mit Kohlenwasserstoff verseucht ist, prüfen nun Gutachter.

Jetzt wurde ein besorgniserregender Verdacht laut: Über die in den 30er-Jahren in Betrieb genommene Textilreinigung Forst im Zentrum der Stadt ist Leichtflüchtiger Chlorierter Kohlenwasserstoff (LCKW) in den Boden und die Luft gelangt.

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27. März 2015, 20:30 Uhr

Die Krebserkrankung dreier Viertklässler der Grundschule Nordstadt in Forst (Spree-Neiße) ruft besorgte Eltern auf den Plan. Erkrankten die Kinder teilweise schon vor mehreren Jahren, so wurde doch erst vor einigen Wochen ein besorgniserregender Verdacht laut: Über die in den 30er-Jahren in Betrieb genommene Textilreinigung Forst im Zentrum der Stadt ist Leichtflüchtiger Chlorierter Kohlenwasserstoff (LCKW) in den Boden und die Luft gelangt. Ein Lösungsmittel, das stark krebserregend sein kann. Die Grundschule Nordstadt befindet sich weniger als einen Kilometer entfernt von dem Gelände.

Die Stadt hat am Dienstag umfangreiche Untersuchungen des Luftraums der 2005 sanierten Schule abgeschlossen. In zwei Wochen sollen dazu Ergebnisse vorliegen, sagt Sven Zuber, stellvertretender Bürgermeister. Ende Februar wurde er von der Schulleitung informiert, nachdem Eltern ihre Bedenken äußerten. Die Schulleitung wollte gestern keine Angaben machen. In den kommenden Tagen sollen weitere Messreihen beginnen. „Die Bodenluft wird überprüft, ebenso werden Messungen der Außenluft durchgeführt“, sagt Zuber. Ergebnisse soll es bis Mitte April geben. Solange sei ein kausaler Zusammenhang zwischen den Erkrankungen der Kinder und dem ehemaligen Reinigungsstandort nicht nachweisbar. „Der Krankheitsverlauf sowie die Art der Krebserkrankung der Kinder sind unterschiedlich. Teilweise ist sie erblich bedingt“, sagt er. Zwei der Schüler werden im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus versorgt, ein weiteres nimmt wieder am Unterricht teil.

Dass Boden und Luft auf dem Gelände in der Frankfurter Straße Schadstoffe enthalten, fiel den Behörden bereits 1996 auf, als das Haus einem Neubau wich. Damals führte der Kreis erste kleinere Messungen durch. 2002 stellte man eine Ausbreitung der Schadstoffbelastung von 2,3 Kilometern nordwärts fest, in Richtung der Grundschule. Im Jahr 2003 wurden erste Maßnahmen ergriffen, um das Gift aus dem Boden zu holen. Zehn Millionen Euro wurden dafür veranschlagt.

Die Grundschule Nordstadt sorgte 2003 für Aufsehen, als eine Brandschutzdecke in ein Klassenzimmer stürzte. Dank der Lehrerin, die auf ein Knirschen blitzschnell reagierte, wurde niemand verletzt.

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