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Sie kommen aus Polen : Elche wandern durch Brandenburg

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zwei Tiere haben es bis in den Verkehrsfunk geschafft. Ihr Reiseziel ist unklar.

Zwei wandernde Elche ziehen seit mehr als einer Woche die Aufmerksamkeit in Ostbrandenburg auf sich. Die Tiere wurden zunächst im Oderbruch gesichtet, ein paar Tage später streiften sie schon in Wäldern kurz vor Berlin umher. Die mächtigen Tiere kämen aus Polen, wo es immer mehr Elche gebe, sagte Diplombiologin Ina Martin. „Sie wandern auf uralten Wegen und suchen neue Lebensräume.“

In Brandenburg existiert ein Managementplan zum Umgang mit dem „König der nordischen Wälder“. Das Dokument gilt zunächst bis 2018. Martin, Biologin am Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde (Barnim), erfasst Daten zum Elch. Nach ihrer Einschätzung ist Brandenburg ein Durchzugsland für die großen Säugetiere, die bis zu 800 Kilogramm wiegen können. Sie bevorzugten offene Waldlandschaften, Feuchtgebiete und suchten die Ruhe, sagte Martin. „Der Elch ist anpassungsfähig.“

Laut dem Brandenburger Elch-Managementplan kommen die Tiere auch in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern vor. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Mecklenburg 1959/1960 ein Elch gesichtet, heißt es in dem Bericht. In den Folgejahren sei es sporadisch zu „Elchbegegnungen“ gekommen. Auch in Sachsen wurden Elche schon gesichtet – beispielsweise in Görlitz und im Erzgebirge.

Während der Streifzüge könne ein Elch auch schon mal auf der Autobahn Haltmachen, berichtet Wissenschaftlerin Martin. „Die Tiere sehen im Straßenverkehr keine Gefahr und bleiben einfach stehen“, sagte sie. So käme es auch zu Unfällen, wie beispielsweise 2012 auf dem Berliner Ring. Dabei wurden das Tier getötet und ein Kraftfahrer verletzt.

Dass Elche sich an Obst in Vorgärten labten, komme hierzulande noch nicht vor. Manchmal würden Tiere ein bis zwei Wochen in Brandenburg gesichtet und seien dann wieder verschwunden. „Das heißt, sie sind weiter westwärts gezogen oder umgekehrt“, erläuterte die Expertin. Elche zögen sich zurück, weil ihnen hier das Siedlungsnetz zu dicht sei.

Die Wissenschaftlerin riet Spaziergängern, den Tieren nicht nachzulaufen. Auch sollte sie Kühen mit Kälbern aus dem Weg gehen. „Sie verteidigen ihr Junges mit den Vorderhufen“, sagte Martin.

Mittels Monitoring werden Elche in Brandenburg erfasst. In diesem Jahr gab es bisher drei neue Meldungen, sagte die Wissenschaftlerin.


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