Himmelpfort : Ein Ort mit Wunschzettel-Garantie

Der Weihnachtsmann nahm gestern vor der Weihnachtspostfiliale Wunschzettel von Schülern entgegen.
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Der Weihnachtsmann nahm gestern vor der Weihnachtspostfiliale Wunschzettel von Schülern entgegen.

Zum gestrigen Start warteten bereits mehr als 16 000 Briefe auf den Weihnachtsmann und seine 20 Engel. Sie werden auch in diesem Jahr wieder jeden Brief beantworten.

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07. November 2014, 11:45 Uhr

Als die Postbotin Conny Matzke vor 30 Jahren in Himmelpfort Briefe sortierte, stutzte sie plötzlich. Unter der normalen Post fanden sich Wunschzettel von Kindern, adressiert an den Weihnachtsmann. Sie fragte einen Kollegen, was sie machen solle. „Er erklärte mir, dass sie als unzustellbar deklariert und fünf Jahre eingelagert werden“, sagt die heutige Gastronomin. Das habe ihr das Herz gebrochen - und sie auf eine Idee gebracht. Kurzerhand eröffnete sie auf eigene Faust ein Postfach und beantwortete die Wunschzettel selbst.

In den ersten Jahren kamen nicht einmal 100 Briefe - mittlerweile steht in Himmelpfort das größte Weihnachtspostamt Deutschlands. Wunschzettel „An den Weihnachtsmann“ werden aus aller Welt säckeweise angeliefert - bis Heiligabend werden es wieder Hunderttausende sein.

Zum gestrigen Start warteten bereits mehr als 16 000 Briefe auf den Weihnachtsmann und seine 20 Engel. Sie werden auch in diesem Jahr wieder jeden Brief beantworten - nur die Wünsche selbst kann das Weihnachtspostamt in der Regel nicht erfüllen. Dafür sind es einfach zu viele Briefe geworden.

„Wahrscheinlich durch die ständigen Medienberichte wurden wir nach der Wende immer bekannter und es kamen immer mehr Wunschzettel“, erklärt Matzke. Bald gingen in den Wochen vor Weihnachten täglich bis zu 2000 Briefe ein, ergänzt Postsprecherin Tina Birke. Um das Ganze weiter zu professionalisieren, übernahm die Post die Portokosten für die Antworten und eröffnete 1994 erstmals eine eigene Weihnachtspostfiliale.

1999 trafen bereits 179 000 Briefe ein, 2010 kamen allein aus dem Ausland etwa 14 000. Und im vergangenen Jahr waren es so viele Wunschzettel wie noch nie zuvor: 294 000. Das ist zwar viel Arbeit für die Deutsche Post - aber auch eine ebenso gute Werbung. „Es ist so schön, dass die Briefe damals nicht weggeworfen und den Kindern nicht ihre Illusionen genommen wurden“, meint Himmelpforts Ortsvorsteher Lothar Kliesch.

Der Weihnachtsmann sei ein echter Wirtschaftsfaktor in dem nordbrandenburgischen Ortsteil der Stadt Fürstenberg geworden. Im vergangenen Winter seien knapp 26 000 Besucher in Himmelpfort gewesen. „Und im Sommer kommen viele wieder und machen in der Region Urlaub.“ Neben Himmelpfort betreibt die Deutsche Post auch andere himmlische Filialen: Unter anderem in Engelskirchen (Nordrhein-Westfalen), Himmelstadt (Bayern) oder Nikolausdorf (Niedersachsen). Die Helfer in dem einzigen offiziellen ostdeutschen Weihnachtspostamt aber haben am meisten zu tun. Keine der andere Filiale erreichen nach Angaben der Post so viele Wünsche.

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