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Alternatives Leben : Ein buddhistisches Wohnprojekt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Für rund sechs Millionen Euro soll im Kurort Bad Saarow ein buddhistisches Wohnprojekt und Zentrum für spirituelle Begleitung entstehen.

Die Baugenehmigung dafür liege seit März vor, erklärte Projektleiterin Almut Göppert. Ende April oder Anfang Mai sollen die Arbeiten auf dem Seegrundstück rund 70 Kilometer von Berlin starten. Die Grundsteinlegung ist etwa einen Monat später vorgesehen. „Im Herbst 2015 planen wir die Eröffnung“, sagte Göppert. Die Einrichtung am Scharmützelsee ist nach ihren Angaben das erste „Spiritual Care Center Deutschlands“. Es soll Pflegebedürftige aufnehmen, aber auch Menschen in einer Lebenskrise.

„Wir wollen etwas Neuartiges, ein Modellprojekt schaffen“, erklärte Göppert. Die Ärztin kommt aus der Hospizbewegung und wird das Zentrum mit dem Namen „Sukhavati“ inhaltlich leiten. Das Projekt wird zunächst über Spenden finanziert und entsteht im Auftrag der Tertön Sogyal Stiftung, die in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA aktiv ist. Die Organisation unterstützt den Lehrer des tibetischen Buddhismus Sogyal Rinpoche. Er ist Autor des spirituellen Klassikers „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“, das auch von Pflegepersonal und Ärzten genutzt wird.

Bekehren wollen die Initiatoren des neuen Zentrums in Bad Saarow nicht, wie sie betonen. „Der gesamte Care-Bereich ist für jeden offen – unabhängig davon, ob er einer Religion angehört oder auch keiner“, so Göppert. Jeder werde gepflegt, wie er dies wolle. „Das Pflegeteam ist jedoch im Buddhismus verankert.“

Die Stiftung will in dem Haus mit einer Nutzfläche von 3500 Quadratmeter drei Bereiche anbieten: Betreuung und Pflege mit acht Appartements für Pflegebedürfte sowie acht Gästezimmern für Menschen in einer Lebenskrise. Fortbildung und Schulung für maximal 100 Teilnehmer, die in Hotels unterkommen. Leben in Gemeinschaft mit 23 Wohnungen für Buddhisten verschiedenen Alters. Die Finanzierung soll vom Solidargedanken getragen sein: „Die, die mehr Geld haben, sollen mehr zahlen – und so den Aufenthalt anderer mitfinanzieren“, erklärte Göppert.


Anfänglich stieß Göppert auf Misstrauen


Die Projektleiterin sucht den Kontakt zu den Menschen in Bad Saarow. Anfangs sei sie gefragt worden, ob es sich um eine Sekte handele. Skepsis und Unwissenheit seien Neugierde und Aufgeschlossenheit gewichen, berichtete sie. Die Entscheidung für Bad Saarow sei auch wegen der friedlichen, freundlichen und offenen Atmosphäre gefallen.

„Ich denke, die Einrichtung wird sehr gut angenommen“, sagte Bürgermeisterin Susann Rolle (CDU). „Die Initiatoren haben die Menschen hier sehr mitgenommen. Es ist gut, dass sie das Konzept so offen präsentiert haben.“ Aus Sicht der Kommunalpolitikerin passt das Haus gut in den Kurort mit seiner Therme und den zahlreichen Hotels, die von der schlichten Unterkunft bis hin zur Luxus- und Wellnessoase reichen. „Die Pflegebedürftigkeit ist da“, so Rolle.

Gründe, die für den Standort Bad Saarow sprachen, habe es viele gegeben, erklärte Göppert. Zu den wichtigsten gehören die Nähe zu Berlin, das Thermalbad des Kurort, die vielen Hotels in allen Preiskategorien und vor allem die gute medizinische Infrastruktur.

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