Immer größere Rotten in städten : Droht der Mark eine Wildschweinplage?

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Vielerorts wachsen die Probleme mit Wildschweinen. Sie durchwühlen Gärten und werden zum Risiko.

svz.de von
05. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Vielerorts wachsen die Probleme mit Wildschweinen. Sie durchwühlen Gärten und werden zum Risiko. Zuletzt schlug Jagdpächter Udo Appenzeller in Falkensee Alarm. Die Wildschwein-Population im Ort sei um 20 Prozent angestiegen. Und er warnt: Wenn der Winter mild wird, könnte 2015 eine Plage drohen. Ein Phänomen, das auch in anderen Regionen zu beobachten ist. Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbands (DJV), betont: „Der Mensch schafft immer mehr Bereiche, die für Wildschweine attraktiv sind.“

Der Falkenseer Jagdpächter erzählt, dass die Tiere im Wald wenig Nahrung finden und vermehrt in die Siedlungen ziehen, wo sie auf Wiesen oder in Gärten nach Mäusen und Würmern graben. Dennoch sei es schwierig, in die Offensive zu gehen. Grünröcke können schließlich in Wohngebieten nicht ohne Weiteres ihre Büchse anlegen. Appenzeller verweist zudem auf eine erhöhte Zahl von Wildunfällen.

Jüngst sei ein von einem Auto angefahrenes Schwein angriffslustig im Ort herumgelaufen. Auch in Pritzwalk verirrte sich kürzlich ein Wildschwein in die Innenstadt (der „Prignitzer“ berichtete).


Füttern als Problem


Keine Seltenheit sei zudem, dass angefahrene Wildschweine im Kofferraum landen, ein strafbarer Akt, der mit Bußgeld geahndet wird. „Das ist Wilderei. Es kommt häufig vor, dass uns ein Wildunfall gemeldet wird, wir hinfahren und kein Tier mehr da ist.“

Peter-Claus Neigenfind vom Jagdverband Bernau hat klare Vorstellungen davon, wie die steigenden Populationen unter Kontrolle zu halten sind: „Immer schärfer bejagen.“ Zudem müssten Gärten ordentlich eingezäunt sein und dürften die Tiere nicht gefüttert werden. Letzteres ist eine Unsitte, die auch DJV-Sprecher Reinwald anprangert: „Im Berliner Grunewald gibt es Gegenden, in denen Busse nicht mehr halten, weil dort Wildschweine stehen und betteln.“ Dies sei ein Ergebnis des Fütterns. Es führe auch dazu, dass immer größere Rotten in den Städten auftauchen.

„Wildschweine haben eine hohe Sozialkompetenz. Wenn sie irgendwo auf eine Futterquelle stoßen, bringen sie beim nächsten Mal die Verwandten mit.“Hinzu komme, dass sich zunehmend Borstentiere in den Orten fortpflanzen und zu regelrechten „Stadtschweinen“ werden. Sie seien sehr anpassungsfähig, neugierig und unempfindlich für Störungen.

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