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pfingstberg : Döpfner hält an Sanierung fest

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner hält trotz politischen Gegenwinds daran fest, das Unesco-Welterbe am Potsdamer Pfingstberg wiederherzustellen.

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner hält trotz politischen Gegenwinds daran fest, das Unesco-Welterbe am Potsdamer Pfingstberg wiederherzustellen. Dies betonte der Wahlpotsdamer in Interviews mit zwei regionalen Zeitungen. „Ich stehe grundsätzlich zu meinen Zusagen“, sagte Döpfner den „Potsdamer Neuesten Nachrichten.“ „Ich finde es nur schade, dass – wenn es so weitergeht – die Chance vertan wird, eine einmalige historische Gartenanlage und eine ruinöse Villa wiederherzustellen und öffentlich zugänglich zu machen“, meinte er zur „Märkischen Allgemeinen“.

Die Schlösserstiftung begrüßte, dass der Mäzen an dem Projekt festhält. „Es ist schön, dass Herr Döpfner zu dem Vertrag steht“, sagte Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) gestern. Angesichts des Gegenwindes aus der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung blieben jedoch viele Fragen offen.

Vor einer Woche hatte sich eine Mehrheit der Potsdamer Stadtverordneten im Hauptausschuss gegen die Pläne von Döpfner ausgesprochen. Hintergrund ist der Wunsch des Managers, einen Teil des Parks für eine private Nutzung zu beanspruchen. Laut Bebauungsplan ist das Areal jedoch eine öffentliche Grünfläche.

Um Döpfners Vorhaben zu entsprechen, müssten die Stadtverordneten den Bebauungsplan ändern. Das lehnt eine Mehrheit ab, obwohl eine von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) eingesetzte Expertengruppe einen Kompromiss-Vorschlag erarbeitet hatte.

Jakobs hatte darum der Stiftung vorgeschlagen, Flächen des Parks zu übernehmen. Für erste Sicherungsmaßnahmen auf dem Grundstück stünden 40 000 Euro bereit, erklärte Stadtsprecher Stefan Schulz. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. „Es bleibt den Gesprächen oder Verhandlungen vorbehalten, wie dieses Angebot ausgestaltet werden kann“, erklärte Schulz. Jakobs wolle mit der Stiftung reden.

Auf Vorschlag des Rathauschefs ist ein Vor-Ort-Termin im Park geplant. Voraussichtlich Mitte Juni wollen sich die Stadtverordneten ansehen, wie groß die Parkflächen sind, die der Manager für eine private Nutzung beansprucht. „Auf der Karte sieht das Gelände recht groß aus. Umso wichtiger ist es, sich das mal in natura anzusehen“, sagte der Potsdamer CDU-Fraktionschef Matthias Finken. Ein Teil des strittigen Geländes liegt in Hanglage.

Stiftungssprecher Kallensee begrüßte die Besichtigung, befürchtet jedoch einen gewissen Stillstand. Es lägen nun zwei Vorschläge vor – beide müssten abgewogen werden. Der Sprecher betonte: „Es handelt sich um ein Gartendenkmal und keinen Wald. Unser denkmalpflegerischer Auftrag bleibt.“ Eine entsprechende Sanierung koste Geld. Zudem sei ein Wechsel eines Vertragspartners kompliziert.

Döpfner will mindestens 1,8 Millionen Euro in die Sanierung des Parks und der maroden Villa Schlieffen investieren. Weil der Stiftung selbst das Geld fehlt, hatte sie mit dessen MDB Vermögensverwaltung KG einen Vertrag geschlossen. Danach bleibt die Anlage Eigentum der Stiftung, die Villa soll ein öffentliches Kunsthaus werden. „Mir ist jede Öffnung tagsüber recht“, sagte Döpfner im Interview.

Döpfner hatte als Privatmann vor einigen Jahren bereits die Villa Schöningen an der Glienicker Brücke erworben und saniert. Heute gibt es dort Kunstausstellungen und Veranstaltungen.

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