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über die Buga hinaus : „Die Havel“ wird an der Spree komponiert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anlässlich der Bundesgartenschau (Buga) 2015 komponiert der 31-Jährige die Sinfonische Dichtung „Die Havel“. Die Uraufführung ist am 13. Juni 2015 am Landgut Borsig in Groß Behnitz geplant.

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erstellt am 18.Okt.2014 | 12:29 Uhr

Manchmal sucht Marian Lux die Ruhe. Jetzt hat er aber erst Großes vor: Anlässlich der Bundesgartenschau (Buga) 2015 komponiert der 31-Jährige die Sinfonische Dichtung „Die Havel“. Die Uraufführung ist am 13. Juni 2015 am Landgut Borsig in Groß Behnitz geplant.

Bei einer Floßfahrt ab Brandenburg an der Havel holte sich Marian Lux in dieser Woche Eindrücke – Ideen für ein Werk, das erst noch geschaffen werden muss. Dick angezogen, mit schwarzer Lederjacke, darüber eine dunkelgrüne Weste, ging es entlang der Havel. Lux lebt in Berlin, geboren ist er in Bad Freienwalde. Er besuchte das Carl Phillip Emanuel Bach-Musikgymnasium, studierte Klavier und später Medienkomposition mit dem Schwerpunkt Filmmusik.

Der Komponist, der durch seine Arbeit mit Gayle Tufts bekannt ist, und schon Filmmusik für die Krimiserie „Der Dicke“ oder den Märchenfilm „Die zertanzten Schuhe“ schuf, liebt die Ruhe und sucht sie zu Hause: „Privat lege ich mir ganz selten Musik auf“, sagt er. Denn überall werde man bedudelt, in Bars, in Cafés, selbst in Fitnessstudios. Deshalb hat er sein eigenes Tonstudio seit diesem Jahr nicht mehr zu Hause, sondern am Salzufer in Berlin. Jeden Morgen fährt er 15 Minuten mit seinem Auto dorthin. Am Salzufer, am Landwehrkanal mit Blick auf Spreewasser, wird „Die Havel“ entstehen.

Lux stammt aus eine unmusikalischen Familie. Das änderte sich, als seine Oma aus Westdeutschland ihm ein Spielzeugklavier mitbrachte. Schnell entdeckten Lux‘ Eltern sein Talent. Er spielte Gehörtes nach, besuchte bald eine Musikschule. Die meisten Einfälle kommen dem Komponisten am Klavier, durch das Improvisieren oder im Schlaf: „Ich träume ganz oft Melodien, bin schon mit ihnen aufgewacht“, sagte Lux. Beim Sport dagegen hat er nie Einfälle. Und nie würde er ein Stück über den Rhein kreieren. „Die Leute, die hierherkommen, sollen merken, dass das Stück für sie gemacht ist.

Aber das ist eben die Herausforderung bei ‚Die Havel‘.“ Man müsse aufpassen, dass die sinfonische Dichtung ein Stück weit intim bleibt, echt. Lux hört in seiner Freizeit klassische Musik, Pop-Musik, zum Feiern Techno. Von der Filmmusik, so sagte er, kann er gut leben. Er lebe aber auch einen Beruf, in dem er zwangskreativ sein müsse. Harfe soll in „Die Havel“ zu hören sein, vielleicht Töne, die darstellen, wie Vögel abheben, bevor sie über den Fluss fliegen. Uraufgeführt wird das zirka 25-minütige Stück vom Filmorchester Babelsberg. Daneben komponiert Lux eine einfachere Version für Schüler. Schließlich soll seine Sinfonie ein Werk werden, das über die Buga hinauswirkt.

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