Markenschutz : Der lange Weg zum EU-Spargel

Noch gilt der Beelitzer Spargel nicht als EU-Spezialität.
Noch gilt der Beelitzer Spargel nicht als EU-Spezialität.

Die Beelitzer Bauern wollen ihr Edelgemüse von der Europäischen Kommission schützen lassen

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28. August 2015, 16:57 Uhr

Fünf deutsche Anbaugebiete haben ihren Spargel bereits unter europäischen Markenschutz stellen lassen. Das Beelitzer Edelgemüse taucht in dem von der Europäischen Kommission geführten Register bislang nicht auf. „Wir haben das jahrelang als nicht so wichtig gesehen“, erklärt Manfred Schmidt, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins. Doch nun sehe man die Dinge anders. Immerhin verspreche ein EU-Gütesiegel einen erheblichen Werbeeffekt. Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen, seit der Verein einen Spargelfachberater zurate gezogen und den Markenschutz beantragt hat.

Das Verfahren sei mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden und deshalb sehr langwierig, sagt Schmidt. Er gehe aber davon aus, dass die Beelitzer im kommenden oder spätestens im übernächsten Jahr Bescheid wissen. Zunächst musste das Deutsche Patent- und Markenamt in München eingeschaltet werden.

Die dortigen Prüfer haben sich inzwischen allerlei Informationen von zuständigen Stellen eingeholt, weiß Manfred Schmidt. Unter anderem wurde die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Potsdam um eine Stellungnahme gebeten. Dort wird das Vorhaben unterstützt. „Beelitzer Spargel steht für Qualität und Frische und erfreut sich allgemeiner Bekanntheit“, sagt Barbara Nitsche, Tourismusexpertin der IHK Potsdam. Zu diesem Ergebnis sei eine eigens durchgeführte Umfrage unter Mitgliedsunternehmen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands gekommen.

„Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich regionale Produkte zu beliebten und bekannten Marken entwickeln“, erläutert Nitsche. „Gerade im Bereich der Ernährung steigt der Qualitätsanspruch der Verbraucher zunehmend. Heimische Erzeugnisse vom Bauern nebenan sind gefragter denn je.“

In den zurückliegenden zehn Jahren hat der Beelitzer Spargel deutlich an Bekanntheit gewonnen. „Unser Spargel ist inzwischen in ganz Deutschland ein Begriff“, meint Vereinschef Schmidt. Dazu hätten nicht zuletzt die Werbeaktionen des Vereins beigetragen. Zum Spargelverein, der seit November 1991 besteht, gehören heute 15 Höfe, die das Edelgemüse auf 1500 Hektar anbauen. Die Region um Beelitz ist somit Brandenburgs größtes Spargelanbaugebiet. In diesem Jahr holten die Bauern insgesamt fast 9000 Tonnen von den Feldern.

„Kein Rekordjahr. Aber die Qualität war wieder sehr gut“, lobt Schmidt. Schon vor einigen Jahren ließ der Verein den Beelitzer Spargel als Wertmarke beim Münchner Patentamt eintragen. „Jetzt wollen wir auch den EU-Schutz“, sagt Schmidt. Der Weg dorthin umfasst ein zweistufiges Verfahren. Erst wenn die Münchner den Antrag positiv bewerten, wird er zur weiteren Prüfung an die EU-Kommission geschickt.

Dort werden drei Gütezeichen für landwirtschaftliche Endprodukte mit besonderer regionaler Prägung unterschieden. Im Einzelnen handelt sich dabei um die „geschützte Ursprungsbezeichnung – g.U.“, die „geschützte geografische Angabe – g.g.A.“ und um das Siegel „garantiert traditionelle Spezialität – g.t.S.“. Die Beelitzer wollen erreichen, dass ihr Spargel als Lebensmittel mit geschützter geografischer Herkunft eingetragen wird.

Nach den Vorgaben der EU-Kommission gelten für das Gütezeichen g.g.A. folgende Bedingungen: „Enge Verbindung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel mit dem Herkunftsgebiet. Mindestens eine der Produktionsstufen – also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – wird im Herkunftsgebiet durchlaufen.“

EU-weiten Schutz genießen bislang drei Brandenburger Spezialitäten: die „Spreewälder Gurken“, der „Spreewälder Meerrettich“ und das „Lausitzer Leinöl“. Deutschlandweit gibt es 83, die in das Qualitätsregister aufgenommen wurden – darunter der „Schwarzwälder Schinken“.

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