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Mildes Wetter bringt Erholung : Dem Wald geht es besser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Wälder in Brandenburg sind in einem guten Zustand - sagt zumindest das Umweltministerium. Die Grünen deuten den Jahresbericht des Forstamtes indes etwas anders.

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2014 | 07:05 Uhr

„Die Eiche ist eine mediterrane Pflanze. Starken Frost mag sie genauso wenig wie extreme Trockenheit.“ Mit diesen Worten begründete Ralf Kätzel vom Landesbetrieb Forst gestern den in seinen Augen derzeit erfreulich guten Zustand der Eichen. Die Zahl der Bäume mit deutlichen Schäden habe sich gegenüber 2012 auf nunmehr 19 Prozent halbiert. „Die Eiche ist ein Sensibelchen, sie ist seit Jahrzehnten unser Sorgenkind.“ Aber die für sie zuletzt günstige Witterung mit nicht zu trockenen Sommern und milden Wintern sowie erfolgreiche Sprühaktionen gegen den Prozessionsspinner hätten ihr Auftrieb gegeben, sagte Kätzel bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes.

Auch der Anteil geschädigter Buchen sei innerhalb von drei Jahren um ein Drittel auf jetzt noch sechs Prozent gesunken. Durchwachsen fällt nach Einschätzung der Experten dagegen die Bilanz für die Kiefern aus. Wegen einer Massenvermehrung der Gallmücke im vergangenen Jahr fehlen Nadeln, was unter dem Strich dazu führt, dass derzeit lediglich noch 48 Prozent der Kiefern ohne jegliche Schäden sind, 15 Prozent weniger als noch 2012. „Aber solange kein Kahlfraß auftritt, gibt es keinen Grund zur Sorge“, sagte Kätzel. Kiefern würden sich in der Regel schnell erholen. Auf mehr als 10  000 Hektar wurden in diesem Jahr Kiefernschädlinge bekämpft.

Der Forstwirt hob hervor, dass es insgesamt weniger Bäume mit deutlichen Schäden gebe, lediglich zehn Prozent des Bestands würden demnach ernsthaft Anlass zur Sorge geben. Eine nach seiner Einschätzung erfreuliche Quote. Die Vitalität sei vor allem am Zustand der Baumkronen ablesbar. Auch würden die Bäume an Masse zulegen. „Sie wachsen wie nie zuvor“, betonte Kätzel. Als größte Risiken für den Wald nannte er den Klimawandel mit seinen Extremwetterlagen und die in seinen Augen zu hohen Stickstoffeinträge vor allem durch die Landwirtschaft. Allerdings sei die Stickstoffbelastung in Brandenburg noch deutlich geringer als in anderen Bundesländern, schränkte er ein.

Der Naturschutzbund (Nabu) indes bewertet diese Verweise auf andere Länder als Schönfärberei. „Wir reden in Brandenburg von jährlich bis zu 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Das ist viel zu viel“, erklärte Werner Kratz vom Nabu. „Die Abgase aus Massentierhaltung sowie zu viel Dünger belasten den Wald extrem.“ Resultat sei, dass die Bäume anfälliger für Schäden durch Frost und Schädlingsbefall würden.

 

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