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Wandern im Schlaubetal : Das schönste Bachtal des Landes

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Im Schlaubetal gibt es eine der reizvollsten Wanderstrecken Deutschlands / Ideale Kulisse für Poesie und Yoga

Von Janet Neiser „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) passt wunderbar, wenn es um einen Ausflug ins Schlaubetal geht. Wer Goethes Faszination bisher nicht verstehen konnte, der wird ihm spätestens nach einer Wanderung durch das wohl schönste Bachtal Brandenburgs zustimmen. Dort schlängelt sich die Schlaube durch sumpfige Wiesen, weite Wälder und romantische Täler, vorbei an zauberhaften Seen. Der Naturpark lädt geradezu zum Wandern ein. Ausgangspunkt ist dann meist das kleine Städtchen Müllrose, das auch als Tor zum Schlaubetal bekannt ist.

„Ja, das Schlaubetal ist aufgrund seiner Naturreichtümer, die ihresgleichen in Deutschland suchen, tatsächlich etwas Einzigartiges“, schwärmt Wanderführer Jürgen Sobeck. Und dann zählt er auf: „Es gibt mehr als 1000 Pflanzenarten, unter anderem auch 13 verschiedene Orchideen, 140 seltene Vogelarten vom Fisch- und Seeadler über den Eisvogel bis hin zum Schwarzspecht.“ Offensichtlich ist es aber so schön im Schlaubetal, dass sich sogar einige eingewanderte Tiere heimisch fühlen, beispielsweise der Amerikanische Nerz.

Wenn Jürgen Sobeck vom Schlaubetal redet, wird ganz schnell klar: Da hat sich einer ganz und gar in den Landstrich verguckt, der seit fast 100 Jahren als Wandergebiet bekannt ist. Nicht umsonst hat er das Buch „Wanderparadies Schlaubetal“ geschrieben. Der Frankfurter, dem man seine 70 Jahre in keinster Weise anmerkt, bietet ganz verschiedene poetische Wanderrouten durch das Schlaubetal an. „Ich bin kein Powerwalker, sondern Genusswanderer“, betont er. Auch die kleinen Dinge am Wegesrand werden mit ihm sichtbar – ob nun Bauminseln, Wurzelhöhlen oder das Teufelsmoor. Wer sich darauf einlässt, wird verzaubert sein von verwunschenen Landschaftsgemälden. „Das Schlaubetal bietet nicht nur eine reizvolle Natur, sondern wer Fantasie hat, der kann hier viel entdecken“, sagt Sobeck.

Und Wandern boomt, weiß Korinna Lerche, Geschäftsführerin des Vereins Tourismus-Marketing Schlaubetal. Das spürt sie an den Nachfragen von Touristen und das bestätigt auch die Studie „Der Deutsche Wandermarkt 2014“. 69 Prozent der Deutschen können danach als Wanderer bezeichnet werden. „Sie wollen Natur und Stille erleben, sich bewegen und aktiv sein und etwas für ihre Gesundheit tun“, sagt Korinna Lerche. Im Schlaubetal können all diese Wünsche erfüllt werden.


Strecke ist zertifizierter Qualitätsweg


In der ein oder anderen Publikation wird der offizielle Schlaubetal-Wanderweg von Müllrose zum Wirchensee sogar als eine der reizvollsten Wanderstrecken Deutschlands bezeichnet. Für die 25 Kilometer braucht man etwa acht Stunden. Wer sich mehr Zeit lassen möchte, findet entlang der Strecke verschiedene Herbergsleute und Gastwirte. Und worauf Korinna Lerche besonders stolz ist, der Schlaubetal-Wanderweg ist ein zertifizierter Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“, auf den Schilder mit einem blauen „S“ hinweisen. „Ein Qualitätsweg stellt an sich den Anspruch, das Gleichgewicht zwischen Ökonomie, Ökologie und den sozialen Belangen im Sinne einer nachhaltigen Tourismusentwicklung im Grundsatz zu verankern. Das Bewertungssystem stützt sich auf Erhebungen zu den Wünschen und Vorlieben der Wanderer.“ Korinna Lerche weiß aus ihrer Erfahrung in der Tourismus-Arbeit, dass das Prädikat ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Reiseziels ist.

Das Schöne am Schlaubetal ist: Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten zu wandern, nicht nur, was die Routen betrifft. Neben den poetischen Wandertouren wird beispielsweise auch Yoga-Wandern um den Müllroser See angeboten. „Wir legen immer wieder Stopps ein und machen dann inmitten der Natur die eine oder andere Übung“, erklärt Yoga-Trainerin Brigitte Schäfer. Der Naturpark sei ein geradezu idealer Ort dafür, den eigenen Körper bewusst zu erleben. „Die Naturerfahrung, das Spirituelle, das ist nicht nur erholsam, sondern auch ein wunderbares, stressreduzierendes Mittel.“ Brigitte Schäfer jedenfalls schwört auf die Entschleunigung von Seele und Körper in dem Bachtal.

„Ich bin so oft es geht im Schlaubetal“, betont Jürgen Sobeck, „und zwar zu jeder Jahreszeit. Das ist immer reizvoll.“ Selbst ein Regentag kann an diesem Ort zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. „Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert“, sagte bereits Goethe.

 

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