Ehrung nach Hochwasser : Dank an Fluthelfer für großen Einsatz

Doppelt hält besser: Helfer  stemmten sich 2013 mit Sandsäcken gegen die Flut.
Doppelt hält besser: Helfer stemmten sich 2013 mit Sandsäcken gegen die Flut.

100 Fluthelfer wurden in Potsdam geehrt, unter ihnen auch Prignitzer. Doch das war nur der Anfang.

svz.de von
16. März 2014, 22:45 Uhr

Gut hundert Menschen saßen am Freitag auf den Bierzeltbänken im Brandenburg-Saal der Potsdamer Staatskanzlei. Die meisten trugen Uniformen von Feuerwehr, THW (Technisches Hilfswerk) und Polizei. Es waren die ersten Brandenburger, die mit der Einsatzmedaille für die Fluthilfe beim Sommerhochwasser 2013 geehrt wurden – unter ihnen auch neun Prignitzer.

Zu ihnen gehörte die Koordinatorin des Prignitzer Netzwerks Kindeswohl, Antje Renner. „Der Landrat hat mich Mitte der 1990er Jahre zum Katastrophenschutz einberufen“, sagte Renner. Beim Hochwasser arbeitete sie im Katastrophenschutzstab des Kreises, vorwiegend nachts. Bei ihr liefen die Fäden aus dem Landkreis zusammen. Hat sie die Auszeichnung überrascht? „Ich habe mich schon gefragt, warum es nun ausgerechnet ich bin. Ganz viele andere hätten die Auszeichnung doch ebenfalls verdient.“ Und sie werden sie vermutlich auch bekommen: Insgesamt sollen bis zu 17 000 Menschen mit der Medaille geehrt werden.

Bedingung für die Verleihung ist, dass die Betreffenden wenigstens einen ganztägigen Einsatz vor Ort oder in den Katastrophenschutzstäben geleistet haben. Vorschlagsberechtigt sind die Katastrophenschutzbehörden, Hilfsorganisationen und das THW. Verliehen werden die Medaillen in gesonderten Zeremonien vor Ort – die Veranstaltung in der Staatskanzlei war nur ein Auftakt.

Für zwei Männer aus Wittenberge war es trotzdem ein besonderer Moment – denn auch Bürgermeister Oliver Herrmann und der Ortsbeauftragte des THW, Roberto Brehme, waren am Freitag unter den Ausgezeichneten. „Wir haben damals Tag und Nacht den Veritas-Park gegen die Flut verteidigt“, sagte Brehme. Insgesamt sei das Hochwasser 2013 ganz anders gewesen, als in den Jahren zuvor: „Wir wussten, was auf uns zukommt.“

„Brandenburg war gut auf das Hochwasser vorbereitet“, sagte auch Umweltministerin Anita Tack (Linke). „Seit 1997 wurden mehr als 200 Kilometer Deiche für mehr als 420 Millionen Euro neu gebaut.“ Doch ohne die freiwilligen Helfer wäre im vergangenen Sommer trotzdem vieles schiefgegangen.

„Unser Land kann im Notfall auf ein Helfer-Netz zurückgreifen, das seinesgleichen sucht“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke während der Ehrung. „Dazu gehören verlässliche und hochprofessionelle Einsatzkräfte, Fachleute und Koordinatoren, aber auch Tausende Freiwillige , die oftmals bis an den Rand der Erschöpfung gehen.“


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