Schnellere Notfallversorgung für Nordbrandenburg : Christoph 64 ist startklar

Ab sofort abrufbar: Der Rettungshubschrauber Christoph 64 steht startklar vor dem Hangar der neuen Luftrettungsstation in Angermünde, die nach einem Jahr Bauzeit in Betrieb geht.
Ab sofort abrufbar: Der Rettungshubschrauber Christoph 64 steht startklar vor dem Hangar der neuen Luftrettungsstation in Angermünde, die nach einem Jahr Bauzeit in Betrieb geht.

Christoph 64, bitte kommen! So kann es ab diesem Wochenende für die Besatzung des Rettungshubschraubers in Angermünde (Uckermark) heißen. Die neue Luftrettungsstation geht offiziell für den Norden Brandenburgs in Betrieb.

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03. August 2015, 08:00 Uhr

Man wird es künftig öfter am Angermünder Himmel hören: Das laute Knattern der Rotoren des signalrot-weißen Hubschraubers der DRF-Luftrettung, der vom nagelneuen Stützpunkt im Gewerbegebiet abhebt, um auf schnellstem Wege Menschen in Not zu helfen. Er heißt Christoph 64, ist ein Hubschrauber des Typs EC 135 und wird mit seiner Besatzung die medizinische Notfallversorgung in Nordbrandenburg entscheidend verbessern helfen.

Christoph 64 wird für die Landkreise Uckermark, Barnim und Oberhavel als schneller Notarztzubringer und auch zum Transport von Patienten eingesetzt. Gerade in den dünn besiedelten ländlichen Regionen bietet die Notfallrettung aus der Luft einen entscheidenden Zeitvorteil. Orte im Umkreis von 60 Kilometern kann der medizinisch voll ausgestattete Hubschrauber in maximal 15 Minuten erreichen und schwer erkrankte oder verletzte Menschen so schneller notärztlich versorgen oder in spezielle Kliniken bringen. Die Einsatzzeit kann sich damit um mehr als die Hälfte verkürzen. Die Luftrettungsstation Angermünde wird täglich von 7 Uhr bis zum Sonnenuntergang einsatzbereit sein. Die Alarmierung von Christoph 64 erfolgt über die integrierte Regionalleitstelle Nordost Eberswalde.

Angermünde wurde als Standort der neuen Luftrettungsstation auf Grund der zentralen Lage und des optimalen Platzangebotes ausgewählt. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung hatte das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz der DRF-Luftrettung den Zuschlag als Betreiber des Stützpunktes in Angermünde für 25 Jahre erteilt. Die DRF stellt auch die Piloten und Rettungsassistenten. Die Notärzte kommen aus den Kliniken der Region.

Im August 2014 erfolgte der erste Spatenstich im Gewerbegebiet in der Oderberger Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bundespolizeiinspektion. Im Dezember konnte bereits Richtfest für den hochmodernen Komplex gefeiert werden. Dazu gehören ein Hangar für den Hubschrauber, eine Tankanlage sowie Büro-, Funktions- und Sozialräume für die Besatzung. Rund drei Millionen Euro wurden investiert. Diese Kosten muss die DRF-Luftrettung als Betreiber vorfinanzieren. Die Refinanzierung erfolgt durch die Kostenabrechnung mit den Krankenkassen als Kostenträger im Rettungsdienst. Auch über 500 000 Förderer unterstützen die Arbeit der gemeinnützigen Organisation. Die DRF- Luftrettung betreibt insgesamt 31 Stationen für Rettungshubschrauber in Deutschland und Österreich. 2014 starteten die rotweißen Lebensretter zu insgesamt 37 811 Einsätzen. Im ersten Halbjahr 2015 waren es bereits 19 525 Einsätze. Die offizielle Einweihung der neuen Station in Angermünde soll im September erfolgen.

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