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Camping liegt wieder im Trend

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Viele Plätze sind in diesem Sommer bereits ausgebucht / Ein Viertel der Gäste kommt aus Sachsen

svz.de von
erstellt am 27.Mai.2015 | 17:59 Uhr

Auf dem Campingplatz Buntspecht herrscht in diesen Tagen bereits Hochbetrieb. Die Vier-Sterne-Anlage am Ferchesarer See unweit der Stadt Rathenow profitiert von der Bundesgartenschau, die mit dem Fahrrad gut zu erreichen ist. Daher machen dort schon viele Wohnmobile Station. „Die Saison hat gut begonnen, zu den Feiertagen waren wir ausgebucht“, freut sich Betreiberin Marina Störk.

Überhaupt zeigt sich die Unternehmerin mit der Entwicklung der vergangenen Jahre zufrieden. „Viele ältere Camper haben nach der Wende erst mal die Welt entdeckt, jetzt kommen sie wieder zu uns“, berichtet Störk. Aber auch jüngere Gäste schätzen den Aufenthalt direkt im Naturpark – meist jedoch mit mehr Komfort. Daher wurden in der Anlage mehrere Bungalows neu errichtet, ebenso können Caravan-Anhänger gemietet werden.

An der Rezeption von Max Greiling klingelt fast ununterbrochen das Telefon, gleichzeitig muss der Betreiber eines Natur-Campingplatzes in der Nähe der Feldberger Seenlandschaft neue Gäste empfangen. „Wir können nicht klagen“, sagt der Betreiber. Zu 80 Prozent seien die Camper „Wiederholungstäter“, sagt er und lacht. „Viele sind schon mit ihren Eltern gekommen und reisen jetzt mit ihren eigenen Kindern an.“

Katrin Waitek, Geschäftsstellenleiterin des Landesverbandes für Campingtourismus, fasst die Entwicklung in einem Satz zusammen: „Camping ist wieder absolut gefragt.“ Seit der Jahrtausendwende habe es ein Wachstum bei den Übernachtungszahlen gegeben, 2014 wurde erstmals die Millionenmarke geknackt. Auch bundesweit wurde ein neuer Rekord erzielt: Knapp 28 Millionen Übernachtungen zählten die Betreiber im vergangenen Jahr, sieben Prozent mehr als noch 2013.

Gleichzeitig haben die rund 170 Betreiber in Brandenburg seit der Wende Millionensummen investiert: Geräumige Duschen, gut ausgestattete Gemeinschaftsküchen, Restaurants, Shops, Abenteuerspielplätze, Sportanlagen, Bühnenprogramm sowie W-LAN zählen schon zum Standard. Auch Zertifizierungen durch Tourismusverbände oder Verkehrsclubs haben die meisten absolviert. „Man muss den Leuten heute mehr bieten“, sagt Waitek. Insbesondere Bungalows sind schnell ausgebucht. „In den Ferienzeiten wird es dort besonders eng“, berichtet die Verbandsmitarbeiterin. Ein Nachteil sei daher, dass die Ost-Bundesländer nahezu zeitgleich schulfrei haben.

Vor allem Urlauber aus Sachsen zählen zu den treuesten Gästen: Ein Viertel der Camper kommt aus dem Freistaat. Jeweils zehn Prozent reisen aus Berlin und Brandenburg an, dann folgen Urlauber aus Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. „Viele wollen im Grünen übernachten, aber die Hauptstadt erkunden“, sagt Waitek. Begehrt bei den Freiluft-Urlaubern war vor allem der Spreewald.

Auf dem Campingplatz in Niewisch (Oder-Spree), unweit des Spreewalds, registrieren Betreiber Klaus Spreer und seine sechs Angestellten längst einen Generationswechsel. „Die Plätze werden von jungen Familien übernommen“, berichtet er. Ebenso steuern immer mehr Touristen aus anderen Ländern den idyllisch am Schwielochsee gelegenen Platz an, die meisten sind auf der Durchreise nach Osteuropa. „Dänen, Schweden, Holländer und selbst Italiener und Spanier“, zählt er auf. Die steigende Nachfrage habe dazu geführt, dass die Saison frühzeitig ausgebucht ist, während es vor Jahren noch Lücken gab.

Um mehr Komfort zu bieten, hat Spreer ebenfalls mobile Ferienhäuser errichten lassen, die zumeist mit Dusche, WC und Küche ausgestattet sind. „Viele Familien müssen heute rechnen“, sagt der Inhaber. Bungalows seien für den Sommerurlaub eben erschwinglicher als Hotels an der Ostseeküste. Da sei das Frühstück oder der Grillabend unter freiem Himmel für viele schon etwas Luxus. „Die Kinder haben hier Platz zum Spielen, es gibt zahlreiche Radwege und einen Bootsverleih – mehr wollen die Leute gar nicht“, berichtet Spreer. „Man kommt ganz anders runter beim Campen.“:

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