Weniger Besucher als erwartet : Buga fehlen zehn Millionen Euro

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Den fünf Kommunen drohen hohe Nachzahlungen zum Ausgleich der Bilanzen

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17. September 2015, 06:30 Uhr

Die erste Bundesgartenschau an mehreren Standorten hat nicht die erhoffte Resonanz beim Publikum gefunden. Ein Verlust von zehn Millionen Euro ist zu verbuchen, wie die Organisatoren gestern in Premnitz (Havelland) mitteilten. Zudem wird die erhoffte Zahl von 1,5 Millionen Besuchern nicht mehr bis zum Abschluss am 11. Oktober erreicht. Derzeit liege sie bei etwa 1,3 Millionen, hieß es.

Die Ausstellung startete Mitte April an den Orten Brandenburg/Havel, Premnitz, Rathenow und Stölln in Brandenburg und in Havelberg in Sachsen-Anhalt. Verbunden wurden diese durch das etwa 70 Kilometer lange Band des Flusses Havel.

Für die nicht erfüllten Besucherzahlen machte der Geschäftsführer des Buga-Zweckverbandes, Erhard Skupch, unter anderem die extremen Wetterbedingungen mit Hitzerekorden und Unwettern verantwortlich. Der Standort Rathenow musste beispielsweise nach einem tödlichen Unfall bei einem Unwetter für zwei Wochen geschlossen werden. Zudem behinderten der wochenlange Bahnstreik und ein Arbeitskampf im öffentlichen Personennahverkehr die Anreise der Besucher.

Auf die Kommunen kommen nun hohe Nachzahlungen zu. Sie hatten bereits 34,5 Millionen Euro für die Organisation der Schau bereitgestellt. Jede Stadt leistet ihren Beitrag entsprechend der Einwohnerzahl.

Trotz der schlechten Zahlen sei es gelungen, die Attraktivität der Region zu erhöhen, meinte die Vorsitzende des Buga-Zweckverbandes, Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU).

So hielt nach 850 Jahren Pause in der Stadt Brandenburg der Weinbau wieder Einzug. Die Reben auf einem Trinkwasser-Hochbehälter der örtlichen Wasser- und Abwassergesellschaft. Für die rund 1700 Rebstöcke der Sorte Solaris und 800 Stöcke der Sorte Johanniter wurden Terrassen angelegt.

Im Vorfeld der Schau war die dezentrale Ausrichtung mehrfach auf Kritik gestoßen. Dies wollte der Chef der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sander, nicht gelten lassen. Für den Ansatz interessierten sich auch künftige Ausrichter, hieß es.

Die IGA 2013 in Hamburg hatte nach Angaben der Bundesgartenschau mit einem Verlust von 38 Millionen Euro abgeschlossen. Koblenz erzielte im Jahr 2011 mit 3,5 Millionen Besuchern demgegenüber einen Gewinn von 13,5 Millionen Euro. Schwerin kam im Jahr 2009 bei 1,8 Millionen Besuchern auf ein Plus von 5 Millionen Euro.

Die nächste Schau ist 2017 die Internationale Gartenausstellung (IGA) in  Berlin, 2019 folgt die Buga in Heilbronn.

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