Extreme gehen auf Zivilstreife : Bürgerwehr von Rechts unterwandert

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Der partnerschaftliche Umgang der Brandenburger Polizei mit sogenannten Bürgerwehren erweist sich im Fall Eisenhüttenstadt als problematisch – der Grund sind Rechtsextreme.

svz.de von
30. November 2014, 22:00 Uhr

Der partnerschaftliche Umgang der Brandenburger Polizei mit sogenannten Bürgerwehren erweist sich im Fall Eisenhüttenstadt als problematisch. Der Grund sind Rechtsextreme, die sich in den Zivilstreifen zur Kriminalitätsbekämpfung tummeln. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bestätigte Medienberichte, wonach die „Bürgerwehr Eisenhüttenstadt“ von örtlichen Neonazis unterwandert ist.

In der Bürgerwehr befänden sich Personen, die in der Vergangenheit „mit rechtsextremistischen Aktivitäten aufgefallen sind“, erklärte Schröter. Bekannt seien dem Ministerium auch Einträge im sozialen Netzwerk Facebook, die auf eine rechtsradikale Einstellung einzelner Mitglieder schließen ließen. Polizeiliche Ermittlungsverfahren seien aber bislang nicht eingeleitet worden. Die Facebookgruppe „Bürgerwehr Eisenhüttenstadt“ hat laut Innenministerium derzeit rund 600 Mitglieder. Medien berichteten  wiederholt von rassistischen und fremdenfeindlichen Beiträgen. In Eisenhüttenstadt befindet sich die Zentrale Aufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge.


Bürgerwehr ist weit verbreitet


Sogenannte Bürgerwehren gibt es in verschiedenen Landkreisen in Brandenburg, vor allem in der Grenzregion zu Polen. Dort sorgen steigende Diebstahls- und Einbruchszahlen für Ärger in der Bevölkerung. Einige der Gruppierungen führen sich nach Beobachtung des Innenministeriums als „Hilfssheriffs“ auf. Strategie der Behörden war aber bisher, die Bürgerwehren als „Sicherheitspartner“ bei der Kriminalitätsbekämpfung zu gewinnen. Bundesweit gibt es ähnliche Kooperationen. In Nordrhein-Westfalen heißt sie Ordnungspartnerschaft. Ähnlich angelegt ist die bayerische Sicherheitswacht. In Baden-Württemberg gibt es einen freiwilligen Polizeidienst, wo die Mitglieder Uniform tragen.

Grundlage der Zusammenarbeit von Polizei und Initiativen in Brandenburg ist ein Erlass zur „Kommunalen Kriminalitätsverhütung“ (KVV). Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden von Einwohnern vorgeschlagen und von der Polizei überprüft. In einem Fragebogen müssen sie u.a. beantworten, ob sie vorbestraft sind, in der DDR für die Staatssicherheit tätig waren oder einen Waffenschein besitzen.

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