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Heilbadstatus: : Brücke reißt Gräben auf

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Stein des Anstoßes ist ein Beschluss der Bad Freienwalder Stadtverordneten von Ende Juli. Demnach soll die Brücke, die seit 1974 die heutige B 158 durch die Stadt führt, abgerissen und die Ortsdurchfahrt nach unten verlegt werden.

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erstellt am 18.Aug.2015 | 08:00 Uhr

„Das Abstimmungsverhalten der Stadtverordnetenversammlung hat mich so geärgert, dass ich Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammele“, sagt Ursula Angermann. Die ehemalige Lehrerin aus Bad Freienwalde hat zusammen mit Ursula Wendlandt aus Hohenwutzen eine Bürgerinitiative gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, innerhalb von acht Wochen 2000 Unterschriften zu sammeln, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen.

Stein des Anstoßes ist ein Beschluss der Bad Freienwalder Stadtverordneten von Ende Juli. Demnach soll die Brücke, die seit 1974 die heutige B 158 durch die Stadt führt, abgerissen und die Ortsdurchfahrt nach unten verlegt werden. Zuvor hatten die Stadtverordneten vier Mal gegen einen Abriss gestimmt. Die Kehrtwende kam unter dem Druck des Landes zustande. Der dem Gesundheitsministerium zugeordnete Landesfachbeirat für Kurorte und Heilbäder hatte ein deutliches Zeichen aus der Stadt gefordert, die Brücke als „städtebaulichen Missstand“ zurückzubauen.

Das Gremium hatte am 30. April plädiert, Bad Freienwalde das Prädikat als Staatlich anerkanntes Moorheilbad abzuerkennen, wenn die Stadt ihren Beschluss nicht korrigiere. Bis zum 30. September gab Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) den Bad Freienwaldern Zeit. Ursula Angermann und Ursula Wendtland wollen erreichen, dass die Stadtverordneten einen Bürgerentscheid zulassen. Ihrer Auffassung nach sollen die Wahlberechtigten in Bad Freienwalde entscheiden, ob sie die Brücke behalten wollen oder nicht. Nach dem Beschluss ging ein Aufschrei durch die Bürgerschaft, die sich in zwei Lager teilt. Viele befürchten, dass Bad Freienwalde künftig in Lärm und Abgasen erstickt.

„Als Kurort haben wir einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Städten“, begründet Martin Podoll, fraktionsloser Stadtverordneter, sein Engagement für den Abriss der Brücke. Der Verlust des Kurstadtstatus koste die Stadt Arbeitsplätze. Bad Freienwalde habe eine lange Tradition als Kurort.

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