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jährlich rund 1,4 Millionen Euro Steuergeldern: : „Biosphäre“ ist ein Millionengrab

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

: Die „Biosphäre“ in Potsdam fasziniert, doch sie kostet Potsdam Millionen und landet damit im aktuellen „Schwarzbuch“ zur Verschwendung von Steuergeldern.

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 11:00 Uhr

Kletterpflanzen winden sich an Bäumen, Orchideen stechen aus dem Grün des Regenwaldes, dazwischen bunte Schmetterlinge: Die „Biosphäre“ in Potsdam fasziniert, doch sie kostet Potsdam Millionen und landet damit im aktuellen „Schwarzbuch“ zur Verschwendung von Steuergeldern.

Seit 2007 unterstützt Brandenburgs Landeshauptstadt das Projekt auf dem früheren Gelände der Bundesgartenschau demnach mit jährlich rund 1,4 Millionen Euro Steuergeldern. Denn es kommt wirtschaftlich nicht auf die Beine. „Wenn sich Alternativen geboten hätten, hätten wir es gerne abgegeben“, sagte Stadtsprecher Stefan Schulze.

Seit Jahren sucht die Stadt nach einem privaten Betreiber - bislang erfolglos. Eine Schließung der „Biosphäre“ ist nicht ohne weiteres möglich, weil in den Bau knapp 22 Millionen Euro Fördermittel geflossen sind. Bis Ende November 2017 gibt es dadurch eine Nutzungsbindung. Eine „Machbarkeitsstudie“ soll klären, welche Alternativen bleiben.

Mit einem vielfältigen Programm versucht die „Biosphäre“, die von der städtischen Tochter ProPotsdam GmbH betrieben wird, möglichst viel Publikum anzulocken. „Wir verprassen Steuergelder nicht, sondern nutzen sie für ein ausführliches Angebot“, so der Stadtsprecher. Rund 150 000 Besucher kamen laut „Biosphäre“ im vergangenen Jahr.

Insbesondere Familien und Schulklassen nutzten das Angebot - aber auch die ältere Generation. So gebe es Busreisen zur Orchideenblüte im Frühjahr, sagte eine Sprecherin. Nach Einschätzung des Bundes der Steuerzahler arbeiten bundesweit zahlreiche kommunale Unternehmen unrentabel und werden mit Hilfe von Steuergeld künstlich am Leben gehalten. „Dieser Missstand muss ein Ende haben“, forderte der Präsident des Steuerzahlerbunds, Reiner Holznagel, in Berlin. Der Verband kommunaler Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe gezeigt, dass private Unternehmen mitnichten besser wirtschafteten, hieß es.

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